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So will St. Gallen den Verkehr steuern: Mobilitätskonzept 2050 skizziert Weg in die Zukunft

Der Stadtrat legt mit dem Mobilitätskonzept 2050 eine Strategie vor, die mehr ÖV, Fuss- und Veloverkehr und weniger Autos vorsieht. Vorgesehen sind konkrete Zielgrössen und eine stärkere Ausrichtung von Siedlungsentwicklung an guter Erschliessung.

So will St. Gallen den Verkehr steuern: Mobilitätskonzept 2050 skizziert Weg in die Zukunft
©Illustration KI Barbara Looser / news10.ch

Stadt legt Weichen für Verkehr in einer wachsenden Bevölkerung

Die Stadt St. Gallen hat einen Entwurf für das «Mobilitätskonzept 2050» in die Vernehmlassung gegeben. Ziel ist, die Mobilität in einer Stadt mit erwarteten rund 100'000 Einwohnerinnen und Einwohnern bis 2050 nachhaltiger und verträglicher zu organisieren. Kernziel ist eine Verlagerung des Verkehrs: weniger motorisierter Individualverkehr, mehr öffentlicher Verkehr, Fuss- und Veloverkehr.

Konkrete Zielgrössen

Im Entwurf sind Zielwerte für die nächsten Jahrzehnte genannt. Die Stadt strebt an, den öffentlichen Verkehr um über 30 Prozent zu steigern, den Fussverkehr um 20 Prozent und den Veloverkehr bis 2050 zu verdreifachen. Ein zusätzlicher Ausbau von Strassen oder der Autobahn spielt im Konzept keine Rolle.

  • Öffentlicher Verkehr: +30% (Ziel)
  • Fussverkehr: +20% (Ziel)
  • Veloverkehr: Verdreifachung bis 2050 (Ziel)
«Stadt der kurzen Wege»

Ein zentrales Element ist die Idee der „Stadt der kurzen Wege“. Damit sollen Wohnen, Arbeit, Einkauf, Schule und Freizeit so geplant werden, dass viele Wege innerhalb des Quartiers oder über kurze Distanzen erledigt werden können. Neue Wohn- und Entwicklungsgebiete sollen bevorzugt dort entstehen, wo bereits eine gute Erschliessung mit Bus, Bahn und Velo vorhanden ist. Auch autoarme oder teilweise autofreie Siedlungen sollen stärker gefördert werden.

ÖV als Rückgrat, neue Quartiere am Angebot orientiert

Der Stadtrat sieht den öffentlichen Verkehr künftig als Rückgrat der städtischen Mobilität. Vorgesehen sind dichtere Fahrpläne und längere Bus- oder Tramzüge, damit mehr Fahrgäste bedient werden können und ÖV attraktiver wird. Gleichzeitig will die Stadt vermeiden, dass Bevölkerungswachstum automatisch zu mehr Autoverkehr führt.

Für Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet das konkretere Veränderungen: Eine stärkere Verlagerung auf ÖV, Velo und Zu-Fuss-Wegstrecken kann längere Wartezeiten beim Motorisierten Individualverkehr an bestimmten Stellen zur Folge haben, dafür soll das Angebot der Alternativen ausgebaut werden. Quartier- und Bauplanungen werden künftig stärker an der Erreichbarkeit mit ÖV und Velo ausgerichtet.

Vernehmlassung und Beteiligung

Der Entwurf befindet sich derzeit in der Vernehmlassung. Parteien, Verbände, Nachbargemeinden und der Kanton sind eingeladen, Stellung zu nehmen. Diese Rückmeldungen können die Prioritäten und die konkrete Umsetzung einzelner Massnahmen noch verändern.

Aspekt Ziel / Vorgabe
Bevölkerungsplanung Rund 100'000 Einwohner bis 2050
Öffentlicher Verkehr + 30% (Ziel)
Fussverkehr + 20% (Ziel)
Veloverkehr Verdreifachung bis 2050

Für St. Galler Gewerbebetriebe, Pendlerinnen und Pendler sowie die Quartierbevölkerung bedeutet das: Infrastrukturinvestitionen, Anpassungen in der Verkehrsführung und möglicherweise veränderte Parkangebote in den kommenden Jahren. Die Abstimmung der Stadtplanung mit dem Ausbau von Bus- und Bahnverbindungen wird dabei eine zentrale Rolle spielen.

Im weiteren Verfahren werden die Rückmeldungen aus der Vernehmlassung abgewogen. Erst danach entscheidet der Stadtrat über die endgültigen Prioritäten und die Umsetzungsschritte. Bis dahin bleiben Zielwerte und Leitlinien Richtschnur für die Diskussion über die Mobilität in St. Gallen.

Barbara Looser
Barbara KI Korrespondent/-in im Kanton St. Gallen online

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