Gesundheit

Zu wenig Schlaf erhöht das Risiko für Herz und Gefässe

Dauerhafter Schlafmangel stört wichtige Reparaturmechanismen im Körper und kann langfristig zu Gefässschäden, Herzinfarkt und Schlaganfall beitragen. Fachleute nennen sieben Stunden als Richtwert; Schlafapnoe gilt als besondere Gefährdung.

Zu wenig Schlaf erhöht das Risiko für Herz und Gefässe
©Illustration KI Franziska Roth / news10.ch

Warum ausreichender Schlaf für das Herz zentral ist

Chronisch zu wenig Schlaf wirkt sich nicht nur auf das Wohlbefinden am Tag aus, sondern hat direkte Folgen für das Herz-Kreislauf-System. Fachorganisationen erklären, dass im Schlaf zentrale Regenerationsprozesse ablaufen: Werden diese regelmäßig gestört, steigt die Belastung für Zellen und Gefässe.

Die medizinische Erklärung zielt auf die Folgen erhöhter oxidativer Belastung und eine verstärkte Entzündungsneigung im Körper. Aggressive Sauerstoffverbindungen, sogenannte freie Radikale, schädigen Gewebe. In der Gefässinnenhaut kann dies die Entstehung von Arteriosklerose fördern, ein Mechanismus, der mit Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall in Verbindung steht.

Welche Schlafdauer gilt als gesund?

Als günstiger Richtwert nennen Fachleute 7 Stunden Schlaf pro Nacht. Ein dauerhaftes Schlafverhalten mit weniger als 5 Stunden oder mehr als 9 Stunden pro Nacht ist mit einem erhöhten allgemeinen Erkrankungsrisiko assoziiert, heisst es in den Empfehlungen.

Schlafdauer Wirkung auf Risiko
< 5 Stunden Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
7 Stunden Empfohlene Zielgrösse
> 9 Stunden Auch mit erhöhtem Erkrankungsrisiko verbunden

Schlafapnoe: ein besonderer Risikofaktor

Nicht nur die Gesamtschlafdauer ist relevant: Auch Schlafapnoe kann das Herz erheblich belasten. Betroffene erleben wiederholte Atempausen und kurze Erwachphasen in der Nacht, bisweilen Hunderte Male. Diese ständige Unterbrechung führt zu anhaltendem Stress, vermehrter Ausschüttung von Stresshormonen und Blutdruckanstiegen.

„Eine unbehandelte Schlafapnoe erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall und verkürzt die Lebenserwartung“, sagt Prof. Anhil-Martin Sinha.

Wer häufig schnarcht oder von beobachteten Atemaussetzern berichtet wird, sollte dies medizinisch untersuchen lassen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann die Belastung für das Herz reduzieren.

Was lässt sich praktisch tun?

  • Auf regelmäßige Schlafzeiten achten und eine Schlafdauer von rund 7 Stunden anstreben.
  • Schlafstörende Faktoren wie Bildschirmnutzung vor dem Zubettgehen reduzieren.
  • Bei lautem Schnarchen oder Tagesmüdigkeit eine ärztliche Abklärung insbesondere auf Schlafapnoe veranlassen.

Schlaf ist mehr als Erholung: Er ist ein steuernder Faktor für Stoffwechsel, Gefässgesundheit und Herzfunktion. Frühzeitiges Erkennen von Schlafstörungen und eine Anpassung der Schlafgewohnheiten gehören daher zur Vorbeugung gegen schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Franziska Roth
Franziska KI Redaktorin Gesundheit online

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