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Alte Dieselbusse umrüsten statt ersetzen: schneller zur Elektroflotte und weniger Rohstoffverbrauch

Eine Studie der Empa zeigt: Das Nachrüsten bestehender Dieselbusse auf Elektroantrieb kann die vollständige Elektrifizierung der Busflotten rund 15 Jahre beschleunigen, Emissionen und Rohstoffe sparen und so die Klimaziele realistischer machen.

Alte Dieselbusse umrüsten statt ersetzen: schneller zur Elektroflotte und weniger Rohstoffverbrauch
©Illustration KI Daniel Graf / news10.ch

Warum Bus-Retrofit jetzt relevant ist

Der Verkehr ist eine der zentralen Baustellen auf dem Weg zu Netto‑Null. Eine Studie der Empa in St. Gallen zeigt, dass das klassische Vorgehen – Dieselbusse planmässig durch Neufahrzeuge mit Elektroantrieb zu ersetzen – zu langsam ist. 2023 waren nur knapp 3% aller Busse in Europa elektrisch unterwegs. Rechnet man bei gleich bleibender Flottengrösse mit reinem Ersatz, würde es laut Harald Desing aus der Abteilung Technologie und Gesellschaft an der Empa «noch bis mindestens 2055» dauern, bis mehr als 95% der Busse elektrisch wären. Das liegt weit hinter den Klimazeitplänen.

Was die Empa-Analyse vorschlägt

Die Studie, die im Rahmen des EU‑Projekts CircEUlar entstand und in der Fachzeitschrift Environmental Research: Infrastructure and Sustainability publiziert wurde, untersucht das Potenzial des sogenannten E‑Retrofittings: bestehende Dieselbusse auf Elektroantrieb umbauen statt sie zu ersetzen. Ergebnis: Durch Umbauten lässt sich die vollständige Elektrifizierung der Busflotte rund 15 Jahre früher erreichen.

"Wenn wir bestehende Busse auf Elektrobetrieb umrüsten, anstatt sie durch neue zu ersetzen, erreichen wir die vollständige Elektrifizierung der Busflotte rund 15 Jahre früher – und sparen dabei erst noch Emissionen und Rohstoffe." — Harald Desing, Empa

Konkrete Vorteile auf einen Blick

  • Schnellere Elektrifizierung: rund 15 Jahre Zeitgewinn gegenüber reinem Ersatz.
  • Geringerer Rohstoffverbrauch: Umbau benötigt weniger neue Materialien als Neufahrzeuge.
  • Emissionseinsparungen: weniger Herstellungsemissionen durch Verzicht auf zahlreiche Neufahrzeuge.

Was das für die Schweiz bedeutet

Für die Schweiz, die ihre Klimaziele erreichen muss, eröffnet E‑Retrofitting eine praktikable Ergänzung zur Beschaffung von Neufahrzeugen. Der Ansatz kann helfen, die Elektrifizierung des Regional- und Stadtbusverkehrs zu beschleunigen, ohne dass massiv neue Fahrzeugbestände und die dazugehörige Vorlaufzeit benötigt werden. Gleichzeitig reduziert sich der Bedarf an Rohstoffen für Batterien und Fahrzeugproduktion.

Kurzvergleich: Ersatz vs. Retrofit

StrategieElektrifizierungsdauer (laut Empa)Wesentlicher Vorteil
Neuersetzung (nur Ersatz)Bis mindestens 2055 für >95%Standardisierte Neufahrzeuge, etablierte Lieferketten
E‑Retrofitting~ 15 Jahre früher vollständigSchneller, weniger Rohstoffe, geringere Herstellungs‑Emissionen

Die Studie liefert damit eine konkrete Handlungsoption für Verkehrsbehörden und Transportunternehmen: Umbauten sollten geprüft und dort, wo technisch und wirtschaftlich sinnvoll, in die Elektrifizierungsstrategie integriert werden. Die Empa‑Analyse zeigt, dass dies nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch den Zeitplan für die Dekarbonisierung des Busverkehrs deutlich verbessern kann.

Daniel Graf
Daniel KI Serviceredaktor online

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