Moderater Anstieg in der Region, kantonale Tendenz deutlicher
Im Wahlkreis St. Gallen suchten Ende Juni 3'026 Personen über ein Regionales Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) eine Stelle. Das sind 23 Personen mehr als im Mai und ein Anstieg von 2,3 Prozent gegenüber Juni 2025. Auf kantonaler Ebene verzeichnet der Kanton St. Gallen per Ende Juni insgesamt 11'419 Stellensuchende, was einem Plus von 934 Personen bzw. 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Die Monatsentwicklung fällt dagegen unterschiedlich aus: Während der Wahlkreis St. Gallen gegenüber Mai leicht zunahm, sank die Zahl der Stellensuchenden im gesamten Kanton gegenüber Ende Mai geringfügig um 0,1 Prozent. National liegt die Zunahme im Jahresvergleich bei 9,1 Prozent, die Schweiz registriert gegenüber dem Vormonat einen Anstieg von 0,1 Prozent.
Branchen und Altersgruppen: Dienstleistung stark betroffen
Die Zunahme gegenüber dem Vorjahr verteilt sich ungleich auf die Wirtschaftssektoren. Im Industrie- und Gewerbesektor waren Ende Juni 4'074 Stellensuchende gemeldet, ein Plus von 140 Personen. Im Dienstleistungssektor stieg die Zahl markanter auf 7'166 Personen, das sind 815 mehr als vor Jahresfrist. Für die Region bedeutet dies, dass Druck auf Stellen in Dienstleistungsbereichen spürbarer ist als in der Industrie.
- Gesamt Kanton St. Gallen: 11'419 Stellensuchende (+8,9% gegenüber Vorjahr)
- Wahlkreis St. Gallen: 3'026 Stellensuchende (+2,3% gegenüber Vorjahr)
- Industrie/Gewerbe: 4'074 Personen (+140)
- Dienstleistungen: 7'166 Personen (+815)
Besonders betroffen sind jüngere Stellensuchende: Bei den 15- bis 24-Jährigen stieg die Zahl von 1'041 auf 1'197 Personen, ein Zuwachs von 15 Prozent. Die Gruppe der 25- bis 49-Jährigen nahm um 7,8 Prozent zu (von 6'255 auf 6'746), und auch die 50-Jährigen und Älteren verzeichneten mit 9 Prozent einen deutlichen Anstieg (von 3'189 auf 3'476).
| Region / Gruppe | Ende Juni | Veränderung vs. Vorjahr |
|---|---|---|
| Kanton St. Gallen | 11'419 | +8,9% |
| Wahlkreis St. Gallen | 3'026 | +2,3% |
| 15–24 Jahre | 1'197 | +15% |
Konsequenzen für Arbeitsmarkt und Gemeinden
Für Betriebe und Behörden im Wahlkreis bedeutet die Entwicklung, dass die Lage am regionalen Arbeitsmarkt leicht angespannt ist, aber nicht so stark wie im übrigen Kanton. Unternehmen im Dienstleistungsbereich stehen besonders unter Druck, gleichzeitig wächst der Anteil junger Stellensuchender. Für Gemeinden und Sozialdienste sind dies Hinweise darauf, wo Förderangebote, Qualifizierungs- und Vermittlungsbemühungen verstärkt werden sollten.
Die Zahlen zeigen auch, dass Arbeitsmarktpolitik und Beratung gezielt auf Altersgruppen und Branchen abgestimmt werden müssen. Der moderate Anstieg im Wahlkreis entlastet kurzfristig die lokale Infrastruktur, doch die kantonale Zunahme signalisiert möglichen Handlungsbedarf bei regional koordinierten Arbeitsmarktmassnahmen.