Erneute Einschränkungen betreffen gesamte M113-Flotte
Die Schweizer Armee hat nach Angaben aus der jüngsten Untersuchung die Bewegung ihrer gesamten noch eingesetzten M113-Fahrzeuge stark eingeschränkt. Betroffen sind 238 Plattformen, die nach einem ersten Fahrverbot Ende 2023 zwar überarbeitet wurden, nun aber wegen neuer Mängelfunde erneut teilweise stillgelegt oder nur eingeschränkt einsetzbar sind.
Was jetzt gilt
- Einige Dutzend M113 wurden für Ausbildungszwecke wieder freigegeben.
- Bei vielen Fahrzeugen ist nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt.
- Bei einzelnen Fahrten muss aus Sicherheitsgründen eine Begleitperson vor dem Fahrzeug herlaufen.
- Andere M113 werden zu Übungsplätzen transportiert, dort aber nicht mehr bewegt.
Ursachen und Befunde
Techniker entdeckten bei Wartungsarbeiten Schäden am Seitenantrieb. Im schlimmsten Fall können diese Defekte die Lenk- und Bremsfähigkeit beeinträchtigen. Zusätzlich fanden sich Metallpartikel im Öl, was auf weitergehende Probleme hinweist. Ursachen, die bisher genannt werden, sind unter anderem:
- Ein fehlerhaftes Zylinderrollenlager;
- nicht spezifikationskonforme Lagerdeckel aus vorherigen Revisionen;
- eingesetzte Dichtmasse, die zu Schäden beigetragen haben soll.
Wer ist verantwortlich — und was sagt RUAG?
Die bundeseigene RUAG ist einer der zentralen Partner für die Instandsetzung. Laut den verfügbaren Angaben weist RUAG einen fehlerhaften Einbau von Bauteilen zurück. Die Ermittlungen und Prüfungen zu den genauen Ursachen laufen weiter, während die Armee die betroffenen Fahrzeuge nur noch eingeschränkt bewegen lässt.
Zeithorizont für die vollständige Instandsetzung
Die Armee rechnet damit, die M113-Flotte erst gegen das dritte Quartal 2027 vollständig instand zu setzen. Das bedeutet, dass die Einschränkungen und Fahrverbote über einen längeren Zeitraum Bestand haben dürften und die Einsatzbereitschaft der betreffenden Fahrzeugtypen langfristig beeinträchtigt ist.
| Datum / Zeitraum | Ereignis / Status |
|---|---|
| Ende 2023 | Erstes Fahrverbot; Überarbeitungen der Flotte |
| Februar 2026 | Erneute Stilllegung aller M113 (238 Fahrzeuge betroffen) |
| Bis Q3 2027 | Voraussichtliche vollständige Instandsetzung |
Die Discovery von Metallpartikeln im Öl und die Erwähnung von nicht spezifikationskonformen Teilen legen nahe, dass die Probleme über den normalen Verschleiss eines mehr als 60 Jahre alten Fahrzeugtyps hinausgehen. Solange die Ursachen nicht abschliessend geklärt sind und die Fahrzeuge nicht durchgängig freigegeben werden, bleiben operative Einschränkungen für Übungen und Einsätze bestehen.