Anklage nach gewaltsamem Autoraub in Dübendorf
Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich hat am 29. September 2026 beim Bezirksgericht Uster Anklage gegen einen 21-jährigen Franzosen erhoben. Der Beschuldigte steht im Verdacht, am 9. Februar 2026 in einer Sammelgarage in Dübendorf einer Frau mit Gewalt den dort abgestellten Mercedes entrissen zu haben. Die Anklage umfasst laut Mitteilung der Oberstaatsanwaltschaft mehrere schwere Vorwürfe.
Dem Beschuldigten werden neben Raub unter anderem mehrfacher Diebstahl, mehrfache Sachbeschädigung, mehrfacher Hausfriedensbruch und die Entwendung eines Motorfahrzeugs vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft beantragt eine unbedingte Freiheitsstrafe von vier Jahren sowie eine Landesverweisung.
Verlauf einer Tatserie durch mehrere Kantone
Die Staatsanwaltschaft führt die Tatreihe zurück bis in den Frühmorgen des 9. Februar 2026. Demnach begann die Serie in Egerkingen (Kanton Solothurn), wo die drei Beschuldigten in eine Liegenschaft eingedrungen und ein Lieferwagen gestohlen haben sollen. Mit diesem Fahrzeug fuhren sie laut Anklage nach Wil (St. Gallen), versuchten dort in ein Autohaus einzubrechen und scheiterten beim Versuch, einen BMW zu entwenden.
Auf der Autobahn seien die Männer dann auf einen Mercedes aufmerksam geworden und dem Fahrzeug bis nach Dübendorf gefolgt. In der Sammelgarage sollen sie die Lenkerin mit Gewalt zur Herausgabe ihres Autos gezwungen haben. Anschliessend flüchteten die Täter mit dem erbeuteten Mercedes durch die Stadt Zürich Richtung Westen und fuhren dabei laut Anklage teilweise mit massiv überhöhter Geschwindigkeit.
- Beginn der Serie: 9. Februar 2026, Egerkingen (SO)
- Einbruchversuch: Autohaus in Wil (SG)
- Gewaltsamer Autoraub: Sammelgarage in Dübendorf
- Festnahmen: Zwei Tatverdächtige in Oberentfelden (AG)
- Offen: Dritte tatverdächtige Person weiterhin flüchtig
Festnahmen und Ermittlungsstand
Im Rahmen der Fahndung konnten zwei Tatverdächtige in Oberentfelden (Kanton Aargau) festgenommen werden. Es handelt sich laut Mitteilung um einen damals 17-jährigen und den 21-jährigen Franzosen. Eine dritte tatverdächtige Person sei weiterhin auf der Flucht. Die Ermittlungen ergaben ausserdem, dass der erwachsene Beschuldigte mutmasslich bereits im Jahr 2025 für weitere versuchte oder vollendete Fahrzeugdiebstähle in den Kantonen Aargau und St. Gallen verantwortlich sein soll.
| Datum | Ereignis | Ort |
|---|---|---|
| 9. Feb. 2026 | Einbruch und Diebstahl Lieferwagen | Egerkingen (SO) |
| 9. Feb. 2026 | Einbruchversuch Autohaus | Wil (SG) |
| 9. Feb. 2026 | Gewaltsamer Autoraub | Dübendorf (ZH) |
| nachfolgend | Festnahmen zweier Verdächtiger | Oberentfelden (AG) |
Die Anklage listet neben dem Autoraub eine Reihe weiterer Delikte auf, weshalb die Staatsanwaltschaft eine empfindliche Strafe und eine Landesverweisung beantragt. Konkrete Angaben zur Höhe der beantragten Landesverweisung oder zur weiteren Identität der flüchtigen dritten Person macht die Mitteilung nicht.
Für Dübendorf hat der Fall lokale Bedeutung: Ein gewaltsamer Übergriff in einer Wohn- und Parkumgebung betrifft unmittelbar die Sicherheitswahrnehmung der Bevölkerung. Die Kantonspolizeien Zürich und Aargau führten die Fahndung gemeinsam durch, was den ausserkantonalen Charakter der Taten unterstreicht und zeigt, dass solche Deliktserien mehrere Polizeikorps koordinierte Einsätze erfordern.