Spitalleitung empfiehlt Thurmed-Angebot
Die Leitung des GZO Spital Wetzikon hat den Gläubigern vorgeschlagen, dem Angebot der Spitalgruppe des Kantons Thurgau (Thurmed) zuzustimmen. Dieses Angebot sieht den Kauf der Immobilien und die Übernahme des Spitalbetriebs vor. Das Gremium bezeichnete das Thurmed-Angebot als das «bestmögliche Angebot», das der GZO AG den Gläubigern unterbreitet werden könne.
Zurzeit befindet sich die GZO AG in Nachlassstundung. Die vorgeschlagene Lösung wird den Gläubigern — darunter auch Obligationäre einer notleidenden Anleihe — an einer Versammlung zur Abstimmung vorgelegt, die im Oktober stattfinden soll. Ein genaues Datum steht noch nicht fest.
Konkrete Zahlen und Fristen
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Volumen der notleidenden Anleihe | 170 Millionen Franken |
| Erwartete Nachlassdividende laut GZO | bis zu 47,5 Prozent |
| Ende der Nachlassstundung | 19. Dezember |
Die Nachlassprüfung erfolgt unter Zeitdruck: Die Nachlassstundung läuft am 19. Dezember definitiv aus. Die GZO liess die Angebote von PwC prüfen und kam insbesondere zur Schlussfolgerung, dass die Offerte von Infracore «kein finanziell tragbares Szenario» darstelle und «ohne zusätzliche externe Finanzierung nicht» geeignet sei.
Gegner der Empfehlung und weitere Bieter
Gegen die Empfehlung der GZO-Leitung regten sich umgehend Widerstände: Der aktivistische Investor Gregor Greber sowie das mit ihm verbundene Anlagevehikel Clearway Capital (Gianluca Ferrari) kündigten an, gegen den Vorschlag zu stimmen und riefen andere Gläubiger zur Ablehnung auf. Sie vertreten die Position, dass die realistisch zu erwartende Nachlassdividende deutlich tiefer ausfalle als von der GZO prognostiziert und dass das Infracore-Angebot für Gläubiger vorteilhafter sei.
«Nicht tragbar»
Die in Florida domizilierte Bieterin Kawa hat bislang keine offizielle Stellungnahme abgegeben; es wird jedoch vermutet, dass sie sich der kritischen Haltung anschliesst. In der Auseinandersetzung um die beste Rettungslösung spielen sowohl die Struktur der Angebote als auch die Frage nach zusätzlicher Finanzierung eine zentrale Rolle.
Was das für Wetzikon bedeutet
- Entscheidung über Thurmed-Angebot beeinflusst die Fortführung des Spitalbetriebs in Wetzikon.
- Höhe der Nachlassdividende betrifft die Erträge der Gläubiger und verursacht mögliche juristische Auseinandersetzungen.
- Das Ende der Nachlassstundung am 19. Dezember setzt einen klaren Zeitrahmen für verbindliche Lösungen.
Die GZO-Vertreter empfehlen den Gläubigern, dem Thurmed-Angebot zuzustimmen. Ob die Gläubigerversammlung im Oktober diesem Vorschlag folgen wird, bleibt offen; die Diskussionen um die Bewertung der Angebote und die notwendige Finanzierung dürften den Entscheid beeinflussen.