Projekt gilt grundsätzlich als umsetzbar
Die geplante Erhöhung des Damms am Göscheneralpsee ist nach den bisherigen Abklärungen der Kraftwerksbetreiber grundsätzlich umsetzbar. Das geht aus einer Mitteilung der Betreibergesellschaft KWG AG hervor. Es seien keine Punkte identifiziert worden, «die das Projekt grundsätzlich verunmöglichen», wird Angela Krainer, Verwaltungsratspräsidentin der KWG AG, zitiert.
„Es gebe ‹keine Punkte, die das Projekt grundsätzlich verunmöglichen›.“
Untersucht worden seien unter anderem Fragen zur Hochwasser- und Erdbebensicherheit sowie zu den Wasserzuleitungen und Triebwasserwegen. Diese Aspekte seien laut Communiqué geklärt.
Was das Vorhaben für die Stromproduktion bedeuten würde
Die Betreiber betonen, dass die Dammerhöhung die jährliche Stromproduktion nur geringfügig steigern würde. Wesentlicher ist hingegen die Fähigkeit, Strom zeitlich zu verschieben: In der Reusskaskade mit den Werken Göschenen, Wassen und Amsteg könnte durch die Massnahme jährlich rund 60 Gigawattstunden (GWh) vom Sommer in den Winter verlagert werden. Das entspricht der Jahresstrommenge von etwa 13'500 Vierpersonen-Haushalten.
Zeitplan und rechtliche Bindungen
Die Bauprojektierung soll gemäss KWG voraussichtlich bis Frühjahr 2027 dauern. Danach folgt die öffentliche Auflage. Ein möglicher Baustart wäre frühestens im Jahr 2029 denkbar. Entscheidend sind die vertraglichen Rahmenbedingungen: Die Investition ist mit Blick auf die auslaufenden Konzessionen im Jahr 2043 an eine Restwertvereinbarung mit dem Kanton Uri sowie den Korporationen Uri und Urseren gebunden.
Folgen für die regionale und nationale Energiepolitik
- Das Projekt steht auf der Prioritätenliste des Bundes: Es zählt zu 16 Wasserkraftprojekten, welche der Bund priorisieren will.
- Die Verlagerung von Erzeugung in winterliche Spitzenzeiten stärkt die Versorgungssicherheit, ohne die Gesamtjahresproduktion stark zu erhöhen.
- Rechtliche und finanzielle Vereinbarungen mit kantonalen und korporativen Partnern bestimmen die Investitions- und Betriebsbedingungen.
Tabellarische Übersicht: Kerndaten
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Jährliche verschiebbare Energiemenge | 60 GWh |
| Entsprechung in Haushalten | ~13'500 Vierpersonen-Haushalte |
| Bauprojektierung abgeschlossen | bis Frühjahr 2027 |
| Frühester Baustart | 2029 |
| Konzessionsende | 2043 (mit Restwertvereinbarung) |
Die Bewertung als grundsätzlich umsetzbar markiert einen entscheidenden Schritt im Planungsprozess. Sie schafft Klarheit über technische Hürden, lässt aber zentrale Entscheidungen noch offen: öffentliche Auflage, politische Debatten um Natur- und Landschaftsschutz sowie die Aushandlung der Restwertvereinbarungen werden die Frage klären, ob und in welchem Umfang die Dammerhöhung realisiert wird. Für die nationale Energiestrategie ist das Projekt relevant, weil es Speicher- und Verlagerungskapazität in die Wintermonate bieten kann, ohne die Jahresproduktion signifikant zu verändern.