Stadt strebt «mehr Qualität» im Zentrum an
Dietikons Stadtpräsident Roger Bachmann äussert Bedenken gegenüber der jüngsten Entwicklung der Geschäftslandschaft im Zentrum. Nach seiner Darstellung haben sich in kürzerer Zeit auffallend viele Barbershops, Nagelstudios und Shishabars angesiedelt, was nach seinem Dafürhalten traditionelle Betriebe verdränge und das «Stadtbild» verändere. Die Stadt will nun auf Eigentümer und Vermieter zugehen, um die Entwicklung zu beeinflussen, da ein generelles Verbot solcher Betriebe rechtlich nicht möglich ist.
Bachmann betonte gegenüber den Medien, die Stadt habe den Anspruch, künftig «mehr Qualität» und einen «besseren Gewerbemix» zu erreichen. Ausserdem äussert er die Sorge, dass sich Betriebe mit problematischen oder illegalen Geschäftspraktiken etablieren könnten — etwa fehlerhafte Mehrwertsteuerabrechnungen oder Steuerentzug. Zur Verhinderung solcher Tendenzen will die Stadt gemeinsam mit Partnern «alle Möglichkeiten ausschöpfen».
Gewerbler verteidigen ihre Rolle im Quartier
Betroffene Unternehmer widersprechen dieser Darstellung. Ein Betreiber einer Shisha-Bar, Hajdini, weist die Vorwürfe zurück und beschreibt die Entwicklung als normale Folge des Wachstums von Dietikon in den letzten Jahren. Er hebt hervor, dass seine Lounge Treffpunkt für junge Leute sei und Veranstaltungen wie ein Public Viewing während der Fussball-WM angeboten habe. Er kritisiert ausserdem, die Stadt habe währenddessen nichts organisiert.
«Ich finde es wichtig, dass junge Leute auch hier einen Ort haben, an dem sie sich treffen können. Sonst müssen sie dafür nach Zürich fahren.» — Hajdini, Betreiber einer Shisha-Bar
Massnahmen und Handlungsspielraum
Da ein Verbot einzelner Gewerbeformen nicht durchsetzbar ist, setzt die Stadt auf Sensibilisierung von Liegenschaftsbesitzern und Vermietern. Konkrete rechtliche Instrumente wurden in der Meldung nicht genannt; angekündigt wurde eine Zusammenarbeit mit Partnern, um problematischen Entwicklungen frühzeitig entgegenzuwirken. Für Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet dies vorerst: Veränderungen im Angebot bleiben möglich, die Stadt will aber künftig aktiver Einfluss nehmen.
- Fokus: optische und wirtschaftliche Qualität des Stadtzentrums
- Vorgehen: Sensibilisierung von Vermietern, Zusammenarbeit mit Partnern
- Konfliktlinien: Stadtbild und Regulierbarkeit versus Bedarf an Treffpunkten für Junge
Auswirkungen für Dietikon
Die Debatte tangiert mehrere Bereiche: Das Erscheinungsbild des Zentrums, die Vielfalt des Gewerbes und Fragen zur Rechts- und Steuerkonformität einzelner Betriebe. Für Kundinnen und Kunden könnten sich Angebot und Erreichbarkeit verändern, falls die Stadt mittels Verträgen mit Eigentümern langfristig auf eine veränderte Mieterstruktur hinwirkt. Für Gewerbetreibende bedeutet die angekündigte Sensibilisierung zusätzlichen Druck bei der Standortwahl und im Marktauftritt.
| Betroffene Geschäftsarten | Rolle in der Debatte |
|---|---|
| Barbershops | Genannt als Beispiel für Häufung |
| Nagelstudios | Gehören zu den oft genannten neuen Angeboten |
| Shishabars | Diskutiert als sozialer Treffpunkt, aber auch in Kritik |
Weitere Schritte der Stadt — etwa verbindliche Vorgaben oder finanzielle Anreize für Traditionsgeschäfte — wurden in der vorliegenden Meldung nicht genannt. Die angekündigte Kontaktaufnahme zu Liegenschaftsbesitzern dürfte jedoch kurzfristig spürbar werden: Vermieter erhalten vermehrt Hinweise auf städtebauliche und wirtschaftliche Zielsetzungen, was Mietentscheidungen beeinflussen kann.
Insgesamt zeigt die Debatte: Dietikon steht im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Dynamik und dem Wunsch nach einem ausgewogenen Zentrum. Die konkreten Folgen für das Stadtbild und das Angebot vor Ort werden wesentlich davon abhängen, wie verbindlich die Stadt ihre Absichten gegenüber Eigentümern und Gewerbetreibenden macht.