Unklare Kommunikation belastet das Projekt
Die Vorlage zur Saastalhalle hat in der lokalen Debatte vor allem wegen mangelnder Transparenz von Seiten der Projektverantwortlichen und des Geldgebers Verunsicherung ausgelöst. Sowohl die Erlebnisbank – konkret die Raiffeisenbank Mischabel-Matterhorn – als auch der EHC Saastal geben auf Anfragen kaum Auskunft. Weder Präsidentin Barbara Anthamatten noch der für das Hallenprojekt zuständige Alexander Geiser haben bislang öffentliche Statements geliefert.
Die fehlende Kommunikation trifft eine Gemeinde mit begrenzten Ressourcen und verstärkt Bedenken über Nachvollziehbarkeit und Verantwortlichkeiten.
Kostenentwicklung und finanzielle Verpflichtung
Ursprünglich war im Lokalbericht von maximal 9 Millionen Franken für die Halle die Rede. Inzwischen ist von rund 14 Millionen oder mehr die Rede. Parallel steht die Frage im Raum, ob die Stimmbürger einer rund 1'000‑Einwohner-Gemeinde eine jährliche Betriebsdeckung von bis zu 200'000 Franken tragen sollen. Diese Summe ist für viele Gemeindefinanzen erheblich und führt zu politischer Kritik.
"Vor diesem Hintergrund ist es unverantwortlich, auch gegenüber der Jugend, sich eine solche Verpflichtung"
Dieses Argument bringt Diego Andenmatten (Die Mitte, Saas-Grund) auf den Punkt: angesichts anderer anstehender Grossprojekte in der Gemeinde – etwa Schulsanierung, Hochwasserschutz und Erhalt der Bergbahn – sei eine zusätzliche Betriebslast in dieser Höhe nicht vertretbar.
Folgen für EHC Saastal und die Infrastruktur
Der EHC Saastal betont den Bedarf einer Halle für die Jugendförderung und den Spielbetrieb. Faktisch stehen dem Club derzeit jedoch weder das alte Eisfeld noch eine neue Spielstätte zur Verfügung. Damit ist nicht nur das Hallenprojekt gefährdet, sondern auch die Existenz des Vereins, sofern langfristig keine Lösung gefunden wird.
- Unklare Finanzierung: Diskrepanz zwischen ursprünglich genannten 9 Mio. und neu genannten rund 14 Mio..
- Betriebsrisiko: Vorschlag einer jährlichen Gemeindeunterstützung bis 200'000 Franken.
- Mangelnde Transparenz: Raiffeisenbank Mischabel-Matterhorn und Projektverantwortliche reagieren kaum auf Anfragen.
- Konkurrierende Prioritäten: Schulsanierung, Hochwasserschutz und Bergbahn beanspruchen Mittel.
Was das für die Bevölkerung bedeutet
Für Stimmbürgerinnen und Stimmbürger stellt sich die zentrale Frage der Abwägung: Will die Gemeinde eine langfristige finanzielle Verpflichtung eingehen, die jährlich substanzielle Mittel beanspruchen könnte, oder sollen knappe Ressourcen auf andere zwingende Aufgaben konzentriert werden? Die Unsicherheit über Gesamtkosten, Betriebsaufwand und Garantien erhöht das Risiko, dass Entscheidgrundlagen nicht ausreichend sind.
Übersicht: bekannte Zahlen
| Posten | Betrag / Hinweis |
|---|---|
| Ursprünglich berichtete Baukosten | max. 9 Mio. CHF (Portal 1815.ch) |
| Aktuell genannte Baukosten | rund 14 Mio. CHF oder mehr |
| Mögliche jährliche Gemeindebelastung | bis 200'000 CHF für Betrieb |
| Gemeindegrösse | Rund 1'000 Einwohner |
Vor einer Urnenabstimmung sind präzise Zahlen, verlässliche Vertragsklauseln und klare Auskünfte der beteiligten Geldgeber und Projektträger wesentlich. Ohne diese Informationen ist die Beurteilung des Projekts durch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger erschwert. Die politische Debatte dürfte sich weiter zuspitzen, sofern offene Fragen nicht rasch geklärt werden.