Bundesweite IKT‑Vorhaben weiterhin mit Steuerungsdefiziten
Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) kommt in einem jüngsten Synthesebericht zum Schluss, dass die seit 2013 überprüften Schlüsselprojekte der Bundesverwaltung weiterhin grundlegende Mängel in Steuerung und Nachführung aufweisen. Diese Schlüsselprojekte betreffen Vorhaben aus dem Bereich der Informations‑ und Kommunikationstechnologie (IKT), bei denen Ressourceneinsatz, strategische Bedeutung und Risiken als hoch eingestuft werden.
Die EFK prüft solche Vorhaben seit 2013 im Auftrag des Bundesrates und fasste bereits in einem ersten Synthesebericht von 2016 Muster und Auffälligkeiten aus 20 Prüfungen zusammen. Der aktuelle Bericht zeigt nun, dass viele der damals identifizierten Defizite nicht nachhaltig behoben wurden. Laut EFK ist es den Verwaltungseinheiten und Departementen bisher nicht gelungen, Verbesserungen dauerhaft in der Organisation oder in nachfolgenden Projekten zu verankern.
Konsequenzen für Verwaltung und Öffentlichkeit
Die Feststellung der EFK betrifft in erster Linie Auftraggeber, Amtsvorsteher und Generalsekretariate, an die sich der Bericht ausdrücklich richtet. Für die öffentliche Hand und Steuerzahlende bedeutet dies, dass Risiken wie Kostenüberschreitungen, Verzögerungen oder mangelhafte Projektergebnisse bei grossen IKT‑Vorhaben weiterhin real bleiben. Die EFK liefert mit dem Synthesebericht Hinweise zur Verbesserung der Projektsteuerung, die in den betroffenen Verwaltungseinheiten umgesetzt werden sollen.
Zeithorizont und Wiedervorlage
Die EFK‑Kontrolle spannt einen Zeitraum von 2013 bis heute: Prüfungen begannen 2013, ein erster Überblick wurde 2016 vorgelegt, und die aktuelle Synthese bilanziert den Stand zehn Jahre nach der ersten Auswertung. Damit wird deutlich, dass die Probleme nicht kurzfristig sind, sondern strukturbedingt über Jahre Bestand hatten.
- 2013: Beginn der Prüfungen durch die EFK
- 2016: Erster Synthesebericht mit Mustern und Auffälligkeiten aus 20 Prüfungen
- 2026: Aktueller Bericht: Viele 2016 erkannte Defizite bestehen weiterhin
| Jahr | Kernbefund |
|---|---|
| 2013 | Beginn der EFK‑Prüfungen zu Schlüsselprojekten |
| 2016 | Erster Synthesebericht: Muster und Auffälligkeiten |
| 2026 | Defizite von 2016 sind vielfach noch vorhanden |
Was nun? Hinweise und praktische Bedeutung
Der Synthesebericht ist als Handlungsanleitung konzipiert: Er richtet sich an die Instanzen, die Projekte vergeben und beaufsichtigen. Für die kantonale Verwaltung und interessierte Bürgerinnen und Bürger ist wichtig zu wissen, dass die EFK weiterhin Verbesserungspotenzial in folgenden Bereichen sieht: langfristige organisatorische Verankerung von Lessons‑Learned, konsequentere Nachführung von Folgeprojekten sowie eine stärkere Steuerung von Risiken und Ressourcen. Konkrete Massnahmen und Umsetzungsfristen werden im Bericht adressiert und sind für die betroffenen Bundesstellen massgeblich.
Für die Bevölkerung des Kantons Wallis sind diese Erkenntnisse relevant, weil Bundesprojekte mit mangelhafter Steuerung indirekt zu höheren Kosten oder Verzögerungen führen können, etwa bei digitalen Diensten, die auch kantonale Stellen nutzen.
Der vollständige Synthesebericht sowie weiterführende Informationen stehen bei der EFK zur Einsicht bereit.