Europa mit markanten Fortschritten im EPI und bei erneuerbaren Energien
Europa rangiert laut dem Environmental Performance Index (EPI) der Universitäten Yale und Columbia in einer führenden Position: 19 von 20 Ländern der Region belegen Spitzenplätze unter 177 bewerteten Staaten. Diese Rangordnung spiegelt nach Einschätzung der Studienautoren die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien und die signifikante Reduktion von Treibhausgasemissionen in vielen Staaten wider.
Besonders hervorgehoben wird Estland, das erneut für seine Anstrengungen zur Emissionsminderung und zum Schutz von Ökosystemen ausgezeichnet wurde. Die Hauptstadt Tallinn wird als Beispiel für saubere Luft, einen hohen Anteil an Grünflächen und einen umweltfreundlichen öffentlichen Verkehr genannt.
Konkrete Zahlen zur Energiewende
Die Europäische Kommission dokumentiert ebenfalls Fortschritte: Im ersten Quartal 2026 stammten 46 % des Stroms in der EU aus sauberen Energiequellen, verglichen mit 42,7 % im Vorjahreszeitraum. Als wichtigste erneuerbare Energieform wird die Windkraft genannt, die mit 44,9 % den grössten Anteil an der erneuerbaren Erzeugung hält.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Anteil sauberer Energie (Q1 2026) | 46 % |
| Anteil sauberer Energie (Q1 2025) | 42,7 % |
| Windkraftanteil an erneuerbarer Erzeugung | 44,9 % |
Estland als Praxisfall: Reduktion fossiler Ressourcen und Schutzgebiete
In Estland habe die Abhängigkeit von Schiefergas deutlich abgenommen; stattdessen werde Solarenergie effizienter genutzt. Die Internationale Energieagentur (IEA) bestätigt, dass Estland die Energiewende beschleunige und das Ziel verfolge, den Strombedarf bis 2030 vollständig aus erneuerbaren Quellen zu decken. Langfristig strebt das Land Klimaneutralität bis 2050 an.
Weiterhin sind über 50 % der estnischen Landesfläche als geschützte Wälder und Feuchtgebiete ausgewiesen, die mehr als 300 Vogelarten Lebensraum bieten. Solche Flächen tragen sowohl zur Biodiversität als auch zur Kohlenstoffbindung bei und sind Teil der nationalen Strategie zum Schutz natürlicher Ressourcen.
Fortschritt, aber kein Grund zum Nachlassen
Der EPI-Projektleiter Zach Wendling warnt allerdings, dass trotz der erzielten Erfolge weitere Anstrengungen nötig sind:
„Estland hat eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 40 % erreicht. Sowohl Estland als auch andere Länder, die bis 2050 auf Netto-Null-Emissionen hinarbeiten wollen, benötigen jedoch weiterhin Anstrengungen mit mutigeren Strategien und ehrgeizigeren Plänen.“
Das Fazit ist ambivalent: Die Daten zeigen, dass die Verschiebung hin zu erneuerbaren Technologien wirkt und Regionen wie Estland konkrete Ergebnisse vorweisen. Gleichzeitig unterstreichen die Expertinnen und Experten, dass ein beschleunigter Ausbau, ambitioniertere Politiken und robuste Umsetzungspläne nötig bleiben, um die Klima- und Biodiversitätsziele tatsächlich zu erreichen.
- Regionale Führungsrolle: Europa dominiert das EPI-Ranking.
- Energiewende: Zunehmender Anteil erneuerbarer Stromquellen, Windkraft als Schlüsseltechnologie.
- Weiterer Handlungsbedarf: Trotz Fortschritten werden mutigere Strategien und stärkere Massnahmen gefordert.
Für die Schweiz bedeuten diese Entwicklungen sowohl Ermutigung als auch Mahnung: Die europäischen Nachbarländer zeigen praktikable Wege, wie der Strommix rasch gereinigt werden kann. Gleichzeitig bleibt offen, ob die nötigen flankierenden Politiken – etwa zum Schutz von Ökosystemen oder für eine beschleunigte Infrastruktur für Erneuerbare – in gleicher Geschwindigkeit umgesetzt werden.