Mehr als ein Rezept: Alltag in der Geriatrie
Wenn das Alter spürbar wird, reichen oft Medikamente allein nicht mehr. Im Aufenthaltsraum der Geriatrie des Krankenhauses Da Nang C herrscht morgens reges Treiben: Patientinnen und Patienten sehen die Nachrichten, lesen Zeitung oder machen unter Anleitung des Pflegepersonals leichte Gymnastik. Diese einfachen Routinen dienen nicht nur der Beschäftigung, sondern sollen Beweglichkeit und soziale Kontakte fördern — zentrale Elemente eines modernen geriatrischen Ansatzes.
Ein Patient beschreibt, wie diese Angebote seine Motivation zur Behandlung steigern:
„Die Möglichkeit, Sport zu treiben und mit anderen Menschen zu sprechen, entspannt mich und macht meinen Körper beweglicher. Dadurch bin ich motivierter für die Behandlung“,
Diese Beobachtung steht nicht allein: Ärztinnen und Ärzte der Abteilung betonen, dass ältere Patientinnen und Patienten häufig mehrere Krankheiten gleichzeitig haben, viele Medikamente benötigen und sowohl körperlich als auch geistig rasch an Funktionsfähigkeit verlieren können. Entsprechend müsse die Altenpflege umfassend und interdisziplinär ausgerichtet sein.
Vom Krankheitsfokus zum Erhalt der Selbstständigkeit
Gemäss der Darstellung im Krankenhaus trägt das Pflegekonzept dem Rechnung, indem es nicht primär auf die Kontrolle einzelner Erkrankungen zielt, sondern auf den Erhalt von Funktion und Unabhängigkeit. Das entspricht der modernen Geriatrie: Weg von rein kurativer Versorgung, hin zu Rehabilitation, Aktivierung und Alltagsförderung.
- Alltagsaktivitäten wie Gymnastik oder Lesegruppen stärken Mobilität und Sozialkontakt.
- Interdisziplinäre Betreuung adressiert Multimorbidität und komplexe Medikamentensituationen.
- Prävention und Rehabilitation zielen auf Erhalt der Selbstständigkeit und Lebensqualität.
Positionswechsel in der Geriatrie und gesellschaftliche Folgen
Professoren und Fachpersonen betonen, dass sich das Konzept der Geriatrie gewandelt hat: Das Ziel sei heute ein gesundes Altern, bei dem ältere Menschen unterstützt werden, so lange wie möglich selbstständig zu bleiben. Für die Versorgungspraxis bedeutet dieser Paradigmenwechsel konkretere Förderangebote, mehr Personal mit geriatrischer Expertise und eine stärkere Vernetzung zwischen Spital, Reha und ambulanten Diensten.
| Aspekt | Konkrete Massnahme |
|---|---|
| Mobilität | Gelenkschonende Gymnastik und Bewegungsprogramme |
| Soziale Teilhabe | Gruppenaktivitäten, gemeinsames Lesen und Austausch |
| Multimorbidität | Interdisziplinäre Konsile und Medikationsmanagement |
Für die Gesellschaft bedeutet das: Die Gesundheits- und Pflegeinfrastruktur muss angepasst werden — Ausbildungsangebote, Versorgungsmodelle und Finanzierungssysteme sind gefordert. In einer alternden Bevölkerung gewinnt die Frage an Dringlichkeit, wie funktionale Fähigkeiten erhalten und Pflegebedürftigkeit möglichst hinausgezögert werden können.
Die Erfahrungen aus Da Nang zeigen: Schon einfache, patientennahe Massnahmen können die Lebensqualität spürbar verbessern. Entscheidend ist, dass solche Konzepte systematisch umgesetzt und in die reguläre Versorgung integriert werden, damit sie nicht nur punktuell, sondern nachhaltig wirken.