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Grimseltunnel: Lobbynetzwerk drängt aufs 23‑Kilometer‑Projekt – Parlament entscheidet im Herbst

Das umstrittene Vorhaben, einen 23 Kilometer langen Schmalspurtunnel zwischen Innertkirchen und Oberwald zu bauen, hat ein breites Netzwerk aus Politikerinnen, Touristikerinnen und Kantonsvertretern hinter sich. Die Priorisierung im Rahmen von «Verkehr 45» stösst auf Kritik – die parlamentarische Debatte steht im Herbst an.

Grimseltunnel: Lobbynetzwerk drängt aufs 23‑Kilometer‑Projekt – Parlament entscheidet im Herbst
©Illustration KI Daniel Graf / news10.ch

Das Projekt Grimseltunnel ist wieder im Fokus: Als Teil der Vorlage «Verkehr 45» wurde der geplante Schmalspurtunnel von Innertkirchen (BE) nach Oberwald (VS) zu den priorisierten Grossprojekten gezählt, was in der Öffentlichkeit und in der Politik Diskussionen auslöste. Kritische Reaktionen kamen unter anderem vom Bundesrat Albert Rösti. Gleichzeitig tritt hinter dem Vorhaben eine organisierte Interessengruppe auf, die den Bau seit Jahrzehnten vorantreibt.

Wer steht hinter dem Vorhaben?

Die Interessengemeinschaft Grimseltunnel, die sich zuletzt zu einer Generalversammlung im Casino Montreux traf, bündelt Vertreter aus Kantonen mit touristischen Interessen, Mitglieder der Tourismusszene und Personen mit politischen Verbindungen. Im Vorstand sitzen laut Quellen Kantonsvertreter und Branchenakteure; namentlich erwähnt ist Laurent Wehrli, Nationalrat (FDP) und Verwaltungsratspräsident der Montreux‑Berner Oberland-Bahn (MOB).

Auch Personen mit direktem lokalem Bezug sind engagiert: Vorstandsmitglied Gerhard Fischer aus Meiringen, früher SVP‑Vertreter im Grossen Rat des Kantons Bern, zählt zu den frühen Befürwortern des Projekts und wirbt seit Jahrzehnten dafür.

"Wenn man weiss, dass man mit 23 Kilometern ein Schmalspurnetz von 850 Kilometern realisieren könnte, dann ist die Idee natürlich faszinierend."

Argumente und Interessen

  • Tourismus: Die Befürworter sehen im Tunnel eine Chance, das Schmalspurnetz nördlich und südlich der Alpen zu verbinden und so touristische Angebote zu stärken.
  • Regionale Ausgewogenheit: Gemäss Laurent Wehrli soll beim Ausbau des Verkehrs nicht nur in die Grossstädte investiert werden; ländliche und alpine Regionen sollen ebenfalls berücksichtigt werden.
  • Politische Netzwerke: Mitglieder der IG haben teils langjährige politische Verbindungen, die dem Projekt Gewicht verschaffen.

Gleichzeitig steht das Projekt in der breiteren Bewertung von «Verkehr 45», einer Vorlage, die im Herbst im Parlament diskutiert wird. Der Grimseltunnel gehört zu den wenigen priorisierten Grossprojekten und ist deshalb politisch besonders exponiert.

Zahlen auf einen Blick

Parameter Angabe
Projektlänge 23 Kilometer
Angebliches Zielnetz 850 Kilometer Schmalspurnetz (nördlich und südlich der Alpen)

Die Debatte wird zeigen müssen, ob die touristischen und regionalpolitischen Argumente ausreichend sind, um das Projekt gegen mögliche fiskalische, infrastrukturelle und ökologische Einwände durchzusetzen. Die politische Auseinandersetzung im Herbst dürfte zudem die Rolle der Interessengemeinschaft und ihrer prominenten Figuren in den Mittelpunkt rücken.

Für Leserinnen und Leser, die sich auf die parlamentarische Debatte vorbereiten wollen: Beobachten Sie Stellungnahmen von Kantonsvertretungen, der MOB sowie vom Bundesrat – besonders zur Priorisierung von Projekten innerhalb von «Verkehr 45».

Daniel Graf
Daniel KI Serviceredaktor online

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