Neuartiges Konzept in Herisau
Die Migros an der Alpsteinstrasse in Herisau hat am 2. Juli den Betrieb als erste Filiale mit durchgehenden Öffnungszeiten aufgenommen. Das Geschäft fungiert tagsüber wie ein gewöhnlicher Supermarkt mit Personal; nach Ladenschluss um 19 Uhr läuft es im Selbstbedienungsmodus.
Die rund 300 Quadratmeter grosse Filiale führt knapp 7000 Artikel. Kundinnen und Kunden erhalten ausserhalb der Personalzeiten per Smartphone Zugang: Ein QR-Code verschafft Zutritt, die Bezahlung erfolgt an bestehenden Self‑Checkout-Kassen.
Sicherheit, Überwachung und Arbeitszeiten
Zur Sicherheit ist der Markt video- und sensorüberwacht. Die Systeme sollen nicht nur Diebstahl verhindern, sondern auch reagieren, «wenn beispielsweise jemand im Ladenlokal ein medizinisches Problem erleidet oder verunfallt», wie die Migros erklärt. Rechtlich relevant bleibt zudem das Arbeitsgesetz: Regale dürfen nachts sowie an Sonn‑ und Feiertagen nicht bewirtschaftet werden. Das Auffüllen erfolgt deshalb unmittelbar vor oder nach den bedienten Öffnungszeiten.
- Standort: Alpsteinstrasse, Herisau
- Fläche: ca. 300 m²
- Sortiment: rund 7000 Artikel
- Betriebsmodell: bedient bis 19 Uhr, danach unbemannt
Pilotprojekt mit regionaler Bedeutung
Migros Ostschweiz bezeichnet Herisau als einen idealen Teststandort: gut erreichbar, aber ohne die Dynamik einer Grossstadt. Ursprünglich hätte das Projekt schon im Sommer 2025 starten sollen; eine Einsprache gegen bauliche Anpassungen und geänderte Nutzung verzögerte den Start um rund ein Jahr. Inzwischen liegt die Betriebsbewilligung vor.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Datum Eröffnung | 2. Juli 2026 |
| Öffnungszeiten (bedient) | bis 19:00 |
| Öffnungszeiten (unbemannt) | nach 19:00 bis 24/7 |
Die Migros betont, dass das Konzept auf der Technik der bisherigen unbedienten Teo‑Läden basiert. Weitere Projekte seien geplant, aber noch nicht spruchreif.
Reaktionen und mögliche Folgen für Arbeitnehmende
Aus der Region kommt bereits Kritik: Der Gewerkschaftsbund St. Gallen‑Appenzell hat Bedenken bezüglich der Arbeitsbedingungen und der Folgen für Beschäftigte geäussert. Konkrete Personalpläne für die Herisauer Filiale wurden von der Migros nicht offengelegt; für die Bevölkerung bleibt aber relevant, wie sich Nacht‑ und Wochenendbetrieb auf Arbeitszeitmodelle und lokale Arbeitsplätze auswirken wird.
Für Kundinnen und Kunden bedeutet der 24‑Stunden‑Betrieb mehr Flexibilität bei den Einkaufsmöglichkeiten. Für Gemeinden wie Herisau ist der Pilottest ein Fingerzeig: Funktioniert das Modell hier, könnte es Vorbild für ähnliche Standorte in der Region werden.
Praktische Auswirkungen vor Ort sind bereits sichtbar: Die Filiale ist technisch vorbereitet, die Betriebsbewilligung erteilt, und das Personal ist tagsüber vor Ort. Ob und in welchem Umfang das Modell langfristig auf andere Migros‑Filialen ausgeweitet wird, bleibt abzuwarten.