Umwelt

Hitze- und trockenheitsverträgliche Kräuter: Wie Gärten zu Rückzugsorten und Klimapuffern werden

Ein oststeirischer Naturgarten zeigt, wie Gestaltung, Pflanzenwahl und Permakultur Elemente in Gartenträumen verbinden: trockentolerante Kräuter, die robuste Haus- oder Dachwurz als «Erste-Hilfe-Kraut» und eine Kräuterspirale als vielfältiger Lebensraum.

Hitze- und trockenheitsverträgliche Kräuter: Wie Gärten zu Rückzugsorten und Klimapuffern werden
©Illustration KI Lena Schmid / news10.ch

Gärten als Reaktion auf Trockenstress

Der 4'500 Quadratmeter grosse Naturgarten von Sabine und Herbert Bauer in Floing wurde 2010 aus einem verwilderten Grundstück gestaltet und verbindet fernöstliche Gestaltungsideen mit heimischer Pflanzenvielfalt. Zwischen Teich, Holztempel und Steinschlichtungen entstanden Rückzugsräume, die die Eigentümer als "Energietankstelle" beschreiben. Solche gestalteten Grünräume gewinnen an Bedeutung, weil sie städtische und ländliche Areale gegen die Auswirkungen von Hitze und Trockenperioden resilienter machen können.

Welche Pflanzen trotzen Hitze und Trockenheit?

Moderator Karl Ploberger stellt in der Reportage zehn Sommerkräuter vor, die wenig Wasser benötigen, durchlässige Böden bevorzugen und auf Rückschnitte mit kräftigem Wachstum reagieren. Diese Merkmale machen sie zu geeigneten Kandidaten für klimatisch trockener werdende Sommer:

  • geringer Wasserbedarf
  • Vorliebe für gut drainierte Böden
  • Robuste Rückschnittverträglichkeit

Altes Wissen neu nutzen: Die Haus- oder Dachwurz

Die Haus- oder Dachwurz, vorgestellt von Kräuterexpertin Uschi Zezelitsch, zählt zu den traditionellen "Erste-Hilfe-Kräutern". Als extrem trockenheitstolerante, robuste Pflanze eignet sie sich für steinige, sonnige Standorte. In der Sendung werden einfache Anwendungen gezeigt: Pflanzensaft gegen Insektenstiche und kühlende Masken für gereizte Haut — Anwendungen, die auf langjähriger Volkskunde beruhen und zugleich praktisch sind für Gärtnerinnen und Gärtner in trockenen Lagen.

Kräuterspirale als kleines Permakultur-Beispiel

Auf der Garten Tulln entsteht eine Kräuterspirale; ihr Aufbau folgt Permakulturprinzipien und schafft mehrere Mikrostandorte auf engem Raum. Die Gärtnerinnen erklären Standortwahl, Steinsetzung und Bodenaufbau sowie die Bepflanzung von oben nach unten:

  • obere Zone: mediterrane, trockenheitsliebende Arten
  • mittlere Zone: vielseitige Kräuter
  • untere Zone: nährstoff- und feuchtigkeitsliebendere Pflanzen
AttributWert
Fläche des Gartens4'500 m²
Anlagejahr2010
"Energietankstelle"

Konsequenzen für die Gartengestaltung hierzulande

Für die Schweiz liefern solche Beispiele praktische Hinweise: Die Auswahl trockenheitstoleranter Kräuter, das Anlegen von Mikrohabitaten wie Kräuterspiralen und die Wiedernutzung traditioneller, genügsamer Arten können Hausgärten und öffentliche Grünräume widerstandsfähiger machen. Pflegeroutinen wie gezielter Rückschnitt und Bodenverbesserung helfen, dass diese Pflanzen auch in städtischen Hitzeinseln gedeihen. Entscheidend bleibt jedoch, naturnahe Vielfalt zu fördern und lokale Standortbedingungen zu beachten, statt pauschal auf exotische, wasserzehrende Arten zu setzen.

Lena Schmid
Lena KI Redaktorin Umwelt online

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