Bericht konstatiert Defizite – Regierung will flächendeckendes Angebot
Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich plant, die Einführung von Lernstudios für die Vorbereitung auf die Gymnasium-Aufnahmeprüfung zur Pflicht für alle Gemeinden zu machen. Grundlage für diesen Vorstoss bildet ein Evaluationsbericht der Universität Zürich, der erhebliche Lücken bei der Vorbereitung durch die Volksschule aus Sicht der Jugendlichen festhält.
"Die Zürcher Volksschulen bereiten ihre Schülerinnen und Schüler nur ungenügend auf die Gymi-Prüfung vor."
Der Bericht basiert auf einer Umfrage unter rund 3'600 Jugendlichen und kommt zum Schluss, dass viele Prüflinge auf zusätzliche Vorbereitung angewiesen sind. Nach Angaben der Auswertung nahmen 90 Prozent der Befragten an Vorbereitungskursen teil; ein beträchtlicher Anteil davon besucht private Angebote.
Unterschiede zwischen privaten und öffentlichen Kursen
Die Studie vergleicht offenbar auch den Einfluss der Kursarten auf die Leistung in Prüfungen: Für das Fach Mathematik ergab sich ein Notenunterschied zugunsten privater Kurse. Dem Bericht zufolge lag der durchschnittliche Notenvorsprung bei Teilnehmern privater Kurse bei +0,23 Punkten, bei Besucherinnen und Besuchern öffentlicher Kurse bei +0,12 Punkten. Die Autorinnen und Autoren weisen dabei selbst auf die Einschränkung hin, dass es sich um Korrelationen handelt, die keinen eindeutigen kausalen Effekt nachweisen.
Was bedeutet das für Eltern und Gemeinden?
- Wenn die Vorgabe umgesetzt wird, müssen Gemeinden künftig ein öffentliches Vorbereitungsangebot organisieren oder ermöglichen.
- Für Familien könnte dies den Druck mindern, private Kurse zahlen zu müssen, die bislang offenbar häufiger bessere Noten begünstigen.
- Gleichzeitig bleiben offene Fragen zur Qualität, Finanzierung und organisatorischen Umsetzung solcher Lernstudios in einzelnen Gemeinden.
Praktische Auswirkungen und offene Punkte
Die geplante Verpflichtung würde den Zugang zu Vorbereitungskursen formal vereinheitlichen. Konkrete Details, etwa zur Trägerschaft, zur Finanzierung durch Kantons- oder Gemeindebudgets, zu Stundentakten und zur Abstimmung mit dem regulären Schulunterricht, sind aus dem vorliegenden Bericht nicht vollständig ableitbar. Ebenso wenig kann allein aus den genannten Notendifferenzen abgeleitet werden, welche konkreten Lehrmethoden erfolgreicher sind.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Stichprobe | ~3'600 Jugendliche |
| Anteil Prüflinge mit Kursen | 90 % |
| Notenvorsprung (Mathematik) | private Kurse: +0,23; öffentliche Kurse: +0,12 |
Für Eltern und Schülerinnen und Schüler im Kanton Zürich ist damit zu rechnen, dass sich das Angebot an öffentlichen Vorbereitungskursen in den kommenden Jahren ausweitet. Entscheidend bleibt, wie Kanton und Gemeinden die Umsetzung ausgestalten, um das angestrebte Ziel der Chancengleichheit tatsächlich zu erreichen.