Strategischer Plan für Technologie, Klima und Biodiversität
Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt hat den Wissenschafts-, Technologie- und Innovationsplan 2026–2030 veröffentlicht. Der Plan setzt Wissenschaft und Digitalisierung als Haupttreiber für die Transformation des Sektors: hin zu einer grünen, ökologischen und emissionsarmen Kreislaufwirtschaft sowie zur digitalen Modernisierung von Steuerungs- und Managementprozessen. Die Behörde sieht insbesondere steigende Anforderungen bei Ernährungs‑ und Wasserversorgungssicherheit, Klimaanpassung, Biodiversitätsschutz und im Aufbau eines Kohlenstoffmarktes.
Als messbares Ergebnis formuliert der Plan, dass der Beitrag der totalen Faktorproduktivität (TFP) zum sektoralen Wachstum bis 2030 mehr als 55 % betragen soll. Zudem sollen ausserbudgetäre Mittel für Forschung, Technologie und Innovation 30–35 % der Gesamtfinanzierung für anwendungs‑ und kommerzialisierungsnahe Aufgaben ausmachen.
Personal, Publikationen und Schutzrechte
Zur Stärkung der fachlichen Kapazität plant das Ministerium die Ausbildung von rund 150 Kernexpertinnen und -experten sowie von insgesamt 1'300 Mitarbeitenden in Bereichen wie Innovation, digitale Transformation, Management geistigen Eigentums und Kommerzialisierung. Wissenschaftliche Sichtbarkeit und Schutzrechte sollen parallel zunehmen: Die Zahl internationaler wissenschaftlicher Veröffentlichungen soll jährlich im Mittel um 10 % wachsen, Anmeldungen von geistigem Eigentum und Schutzzertifikaten sollen um 16–18 % pro Jahr steigen.
Anwendung und Wirkung von Forschung
Der Plan setzt klare Erwartungen an die Nutzbarmachung von Forschungsergebnissen: Mindestens 30 % der Forschungsergebnisse sollen angewendet, übertragen oder für staatliche Verwaltungszwecke genutzt werden. Damit wird Forschung nicht nur als Wissensgenerierung, sondern explizit als Beitrag zur Lösungsumsetzung verstanden.
- Schwerpunkt: Digitalisierung und strategische Technologien zur besseren Steuerung und Verwaltung natürlicher Ressourcen.
- Finanzierung: Erhöhung ausserbudgetärer Mittel für anwendungsorientierte Forschung auf 30–35 %.
- Kapazitätsaufbau: Ausbildung von 150 Kernexpertinnen und Experten sowie 1'300 weiteren Mitarbeitenden.
Kontext und Folgen
Der Plan spiegelt eine wachsende politische Priorität wider, ökologische und wirtschaftliche Ziele zusammenzudenken. Indem er Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit mit Ressourcenschonung und Umwelt- schutz koppelt, zielt die Regierung darauf ab, Langfristwachstum nachhaltiger zu gestalten. Entscheidend für die Umsetzung wird sein, ob die angekündigten Mittel und institutionellen Kapazitäten tatsächlich mobilisiert werden und ob Mechanismen zur Messung der Wirkung etabliert werden.
Besonders relevant bleibt die Frage, wie die geplanten Innovationen in die Praxis transferiert werden – etwa in Form funktionaler Demonstrationsprojekte, technologischer Standards oder marktfähiger Kommerzialisierungspfade. Der Anspruch, ein Drittel der Forschungsergebnisse anzuwenden, ist ambitioniert und verlangt koordinierte Partnerschaften zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft.
| Zielgrösse | Angestrebter Wert |
|---|---|
| Beitrag TFP zum Wachstum | ›55 % |
| Ausserbudgetäre Mittelanteile | 30–35 % |
| Kernexpertinnen und -experten | 150 |
| Ausgebildete Mitarbeitende | 1'300 |
| Jährliches Wachstum Publikationen | ~10 % |
| Jährliches Wachstum IP-Anmeldungen | 16–18 % |
| Anteil angewandter Forschungsergebnisse | ≥30 % |
Insgesamt stellt der Plan einen umfassenden Ansatz dar, der technische, institutionelle und finanzielle Elemente kombiniert. Er bietet eine Roadmap, um technologische Innovationen zur Unterstützung von Ernährungssicherheit, Umweltschutz und Klimazielen zu nutzen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob diese Vorgaben zu spürbaren Lösungen in Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Biodiversitätsschutz führen.