Tourismus in Zahlen: Was die Logiernächte bedeuten
Die Destination Bern registrierte 2025 insgesamt 1'489'330 Logiernächte; innerhalb der Stadtgrenzen entfielen davon 1'080'646. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 1,7 Nächten. Diese Werte zeigen: Bern ist kein Massentourismus-Magnet wie historische Küstenstädte in Südeuropa, aber die Zahl der Übernachtungen ist für eine kantonale Hauptstadt substanziell und hat spürbare lokale Folgen.
Was bedeuten die Werte konkret für die Bevölkerung?
Auf das Jahr gerechnet kommen etwas mehr als sieben Touristinnen und Touristen auf eine Einwohnerin oder einen Einwohner der Stadt Bern. Das klingt moderat, ist aber in der Praxis bemerkbar: Gäste prägen das Angebot in Cafés und Hostels, beeinflussen die Nachfrage nach Dienstleistungen und sorgen für Einnahmen in Hotellerie und Gastronomie. Gleichzeitig verändert sich das Gesicht einzelner Quartiere durch kurzfristige Vermietungen und touristische Attraktionen.
- Wirtschaftliche Wirkung: Hotellerie, Gastrobetriebe und Freizeitangebote profitieren direkt von Logiernächten und Tagestourismus.
- Quartierleben: In Wohnquartieren können vermehrte Gästebewegungen zu Konflikten um Lärm, Müll oder kurzfristig belegte Parkplätze führen.
- Infrastruktur: Kurze Aufenthaltsdauern (im Schnitt 1,7 Nächte) bedeuten verstärkte Transitströme und Anforderungen an ÖV, Beschilderung und touristische Information.
Wer sind die Besucherinnen und Besucher?
Die Zahlen allein sagen nichts über Herkunft oder Motivation. Lokalbeobachtungen zeigen ein gemischtes Publikum: spontane Kurzreisende, Kultur- und Festivalgäste sowie Tagesausflügler auf dem Weg nach oder von Interlaken. Solche Gäste besuchen zentrale Sehenswürdigkeiten wie das Bundeshaus und die Aare oder nutzen die Stadt als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region.
"Es kommen aufs ganze Jahr gerechnet etwas mehr als sieben Tourist*innen auf eine Bernerin."
Praktische Konsequenzen und Handlungsspielräume
Für die Stadtverwaltung, Gewerbeverbände und Quartierkomitees ergeben sich verschiedene Handlungsfelder:
- Gezielte Information für Kurzreisende, damit sich Besucherinnen und Besucher respektvoll im Quartier verhalten.
- Förderung von Angeboten, die den durchschnittlichen Aufenthalt verlängern (Kombination von Kultur-, Gastronomie- und Outdoor-Angeboten).
- Koordination mit Vermietungsplattformen, um die Balance zwischen Ferienvermietung und Wohnraum zu wahren.
| Grösse | Zahl 2025 |
|---|---|
| Logiernächte Destination Bern | 1'489'330 |
| Logiernächte Stadt Bern | 1'080'646 |
| Durchschnittliche Aufenthaltsdauer | 1,7 Nächte |
Die Herausforderung für Bern besteht darin, die wirtschaftlichen Vorteile des Tourismus zu sichern, ohne dass die Lebensqualität in den Quartieren leidet. Eine gezielte Angebotsentwicklung, transparente Kommunikation mit Gastgebern und Gästen sowie stadtverträgliche Steuerung kurzfristiger Vermietungen sind zentrale Hebel. Für die Bevölkerung bedeutet dies: Mehr Angebot und öfter Besucher, aber auch die Notwendigkeit, Regeln und Infrastruktur anzupassen.