In Österreich sind 2025 deutlich mehr Kunststoff- und Metallverpackungen über die Gelbe Tonne beziehungsweise den Gelben Sack erfasst worden. Laut der Initiative „Österreich sammelt“ stieg die Sammelmenge im Vergleich zum Vorjahr landesweit um 7 %. Besonders deutlich fiel der Zuwachs in der Bundeshauptstadt aus: Wien liegt mit einem Plus von 14 % an der Spitze.
Regionale Unterschiede und Praxisänderungen
Die Auswertung aktueller Sortieranalysen, die im Auftrag der beteiligten Sammel- und Verwertungssysteme gemacht wurden, zeigt, dass die Sammlung in allen Bundesländern zunahm. Hinter Wien folgen Tirol mit 10 % und Vorarlberg mit 8 %. Niederösterreich und Oberösterreich melden jeweils 7 % Zuwachs. Burgenland und Salzburg liegen bei 5 %, Steiermark und Kärnten bei 4 %. In mehreren Ländern – darunter Wien, Kärnten, Niederösterreich und Salzburg – werden seit 2023 alle Leicht- und Metallverpackungen gemeinsam in der Gelben Tonne oder im Gelben Sack gesammelt; das könnte die steigenden Mengen mit erklären.
- Gesamtanstieg in Österreich 2025 gegenüber 2024: +7 %
- Wien: +14 %, Sammelmenge: 15’000 Tonnen
- Weitere Zuwächse: Tirol +10 %, Vorarlberg +8 %
Qualität der Sammlung bleibt Herausforderung
Trotz der Mengensteigerung bleibt die Qualität der Sammlung ein Problem. In Wien entfallen rund 15 % der Einwürfe auf Fehlwürfe – also auf Abfälle, die in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sack nichts verloren haben. Das entspricht etwa einem Sechstel der eingeworfenen Stoffe und erschwert die Sortierung sowie das anschliessende Recycling. Zu den Fehlwürfen zählen Restmüll, Elektrogeräte, Batterien und andere nicht zu den Kunststoff- oder Metallverpackungen gehörende Abfälle.
„Entscheidend ist nicht nur, dass mehr gesammelt wird, sondern dass Verpackungen richtig gesammelt werden. Denn die Qualität der Sammlung ist die Grundlage für gutes Recycling“, sagte Andreas Pertl, Geschäftsführer der Verpackungskoordinierungsstelle VKS und Sprecher der Initiative.
In Wien stehen mittlerweile mehr als 20’000 gelbe Tonnen zur Verfügung, zudem sind rund 46’000 Einfamilienhaushalte über den Gelben Sack angeschlossen. Die Sammelmenge allein in Wien betrug 2025 15’000 Tonnen.
Ausblick und Folgen für Recyclingketten
Der Anstieg der gesammelten Mengen ist grundsätzlich positiv für die Versorgung der Sortier- und Recyclinganlagen mit Inputmaterial. Entscheidend für die tatsächliche Recyclingleistung bleibt jedoch die Reinheit der Fraktionen: Hohe Fehlwurfquoten bedeuten höheren Aufwand bei der Nachsortierung, geringere Qualität des Sekundärmaterials und erhöhte Kosten in der Verwertung. Für die Akteure entlang der Kreislaufwirtschaft sind deshalb weiterhin Massnahmen zur Qualitätsverbesserung nötig – etwa Informationskampagnen, bessere Kennzeichnung von Verpackungen und konsequentere Sortierprozesse.
| Bundesland | Veränderung 2025 vs. 2024 |
|---|---|
| Wien | +14 % |
| Tirol | +10 % |
| Vorarlberg | +8 % |
| Niederösterreich | +7 % |
| Oberösterreich | +7 % |
| Burgenland | +5 % |
| Salzburg | +5 % |
| Steiermark | +4 % |
| Kärnten | +4 % |
Während die Menge an Papier-, Karton- und Glasverpackungen bundesweit auf hohem Niveau stabil blieb, zeigt die Entwicklung bei Leicht- und Metallverpackungen, dass Sammlungsstrukturen und -formen (Gelber Sack vs. Gelbe Tonne, gebündelte Sammlungen) direkten Einfluss auf die Erfassungsraten haben können. Für die nächsten Schritte sind neben der Menge insbesondere Massnahmen zur Reduktion von Fehlwürfen relevant, damit die höheren Sammelmengen auch zu mehr hochwertigem Recycling führen.