Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat mit der Nachhaltigkeitsstrategie.NRW 2026 einen Rahmen verabschiedet, der die Ausrichtung der kommenden Jahre bestimmt. Das Bundesland, Heimat von rund 18 Millionen Menschen, will nach eigenen Angaben zeigen, wie sich ökonomische Stärke, Klima- und Umweltschutz sowie soziale Teilhabe verbinden lassen. Im Zentrum steht die Frage, wie Nachhaltigkeit dort umgesetzt werden kann, "wo sie den Alltag der Menschen erreicht" – etwa durch sauberere Luft, weniger Lärm, angepasste Mobilität und lebenswertere Quartiere.
Beteiligung aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung
Die Fortschreibung der Strategie beruht auf einem breit angelegten Beteiligungsprozess. Mehr als 50 Organisationen aus dem Land lieferten Rückmeldungen; beteiligt waren Verbände, Einrichtungen aus Wirtschaft und Forschung, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen, Kommunen sowie zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure. Auch formelle Beratungsgremien und Veranstaltungen flossen ein: der Nachhaltigkeitsbeirat.NRW, das TEAM Nachhaltigkeit, Jugendliche von #Mitmischen.NRW sowie die Nachhaltigkeitstagungen 2023 und 2024 mit insgesamt rund 1 000 Besucherinnen und Besuchern prägten den Diskurs.
„Nordrhein-Westfalen zeigt, dass Nachhaltigkeit dort wirksam wird, wo sie den Alltag der Menschen erreicht: durch saubere Luft und weniger Lärm, durch Mobilität in Stadt und Land oder lebenswerte Quartiere mit mehr Grün und guten Bildungsangeboten.“
Konkrete Handlungsfelder und Beispiele aus der Praxis
Die Strategie betont, dass Nachhaltigkeit bereits an vielen Orten praktiziert werde. Aus der Quelle werden beispielhaft genannt:
- Sportvereine, die inklusive Angebote und neue Zielgruppen erreichen;
- Unternehmen, die mit Programmen wie ÖKOPROFIT beim Energie-, Wasser- und Abfallmanagement einsparen;
- Kommunen mit eigenen Nachhaltigkeitsstrategien, -berichten und Beteiligungsformaten;
- Schulen mit BNE- (Bildung für nachhaltige Entwicklung) und MINT-Profilen;
- Quartiere, in denen Demokratiewerkstätten Teilhabe und Zusammenhalt stärken.
Einordnung und mögliche Folgen
Die Strategie bündelt Ziele der Landesregierung, bietet aber vor allem einen Ordnungsrahmen: Sie benennt Felder, in denen Maßnahmen auf Landesebene unterstützt oder gefördert werden können, setzt aber zugleich auf lokale Akteurinnen und Akteure. Damit folgt Nordrhein-Westfalen einem Ansatz, der Nachhaltigkeit weniger als zentrale Steuerungsvorgabe denn als kooperativen Prozess von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft versteht. Für die Praxis bedeutet das: Förderprogramme, Beratungsangebote und kommunale Planungen müssen nun mit konkreten Umsetzungsinstrumenten verknüpft werden, damit die Strategie im Alltag spürbar wirkt.
Ob die Strategie ambitionierte Zielvorgaben ausreichend verbindlich macht, lässt sich erst an den nachfolgenden Umsetzungsplänen und Haushaltsentscheidungen messen. Die breite Einbindung von Akteuren aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft erhöht die Legitimation, gleichzeitig kann sie auch zu Kompromissen führen, die konkrete Zielwerte weniger scharf formulieren. Entscheidend wird sein, wie Landesregierung und Kommunen Monitoring, Berichtspflichten und Beteiligungsmöglichkeiten ausgestalten, um Fortschritt messbar zu machen.
| Fakt | Angabe aus Quelle |
|---|---|
| Einwohnerzahl Nordrhein‑Westfalens | 18 Millionen |
| Organisationen im Beteiligungsprozess | mehr als 50 |
| Besucher Nachhaltigkeitstagungen 2023/2024 | rund 1 000 |
Die Nachhaltigkeitsstrategie.NRW 2026 markiert damit einen Versuch, Nachhaltigkeit integrativ zu denken und lokal erfahrbar zu machen. Ihr Erfolg hängt weniger vom Papier als von der konkreten Verzahnung von Landesförderung, kommunaler Praxis und zivilgesellschaftlichem Engagement ab.