Bundesland will Gesundheitswesen besser auf Hitzeperioden vorbereiten
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat am 9. Juli 2026 in Düsseldorf mit Akteuren des Gesundheitswesens über die Folgen der jüngsten Hitzeperiode und notwendige Schutzmassnahmen beraten. Im Zentrum standen die Anforderungen an Krankenhäuser, Rettungsdienste und die Pflege, aber auch die Frage, welche Lehren sich für künftige Hitzeperioden ziehen lassen.
Teilnehmende waren das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, die Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe sowie die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen. Die Beteiligten einigten sich auf eine gemeinsame Erklärung, die konkrete Handlungsfelder benennt und die Koordination innerhalb des Gesundheitswesens stärken soll.
Konkrete Massnahmen und kurzfristige Bedürfnisse
Als kurzfristig dringlich wurden unter anderem die bessere Sensibilisierung der Bevölkerung und von Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie die Einführung einer flächendeckenden Warnsystematik im Gesundheitssektor genannt. Ebenfalls gefordert ist die stärkere Berücksichtigung von Hitzewellen in der Krankenhausalarmplanung und die breitere Nutzung von kühlen Orten zur Entlastung gefährdeter Menschen.
- Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Fachkräfte für hitzebedingte Gesundheitsrisiken
- Warnsystematik im Gesundheitswesen zur frühzeitigen Reaktion
- Einbezug von Hitze in die Krankenhausalarmplanung
- Förderung und Koordination von kühlen Orten als Schutzräume
Die Beratenden hoben hervor, dass das bestehende Fundament an Strukturen im Gesundheitswesen grundsätzlich gut sei, jedoch Anpassungen nötig seien, wenn sich die Rahmenbedingungen durch den Klimawandel änderten.
„Die Folgen des Klimawandels, die historische Hitzewelle, die wir kürzlich erlebt haben, und die neuesten Zahlen des Robert Koch-Instituts zur hitzebedingten Mortalität zeigen uns sehr deutlich: Wir müssen uns als Gesellschaft im Allgemeinen und unser Gesundheitssystem im Speziellen auf extreme Hitzeperioden einstellen.“
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann machte damit deutlich, dass die Debatte sowohl präventive Hinweise an die Bevölkerung (etwa: genug trinken, Anstrengungen vermeiden, aufgeheizte Räume verlassen) als auch organisatorische und planerische Anpassungen umfasst. Die Verantwortlichen betonten, dass Beschäftigte im Gesundheitswesen ihr Bestes gäben, dennoch zusätzliche Massnahmen erforderlich seien, wenn sich die Rahmenbedingungen veränderten.
Folgen für Versorgung und Planung
Aus Sicht der Teilnehmenden ist die Aufnahme von Hitzewellen in bestehende Alarm- und Notfallpläne der Krankenhäuser ein zentraler Schritt. Gleichzeitig wird eine koordinierte Warninfrastruktur im Gesundheitsbereich als Voraussetzung gesehen, um Rettungsdienste zu entlasten und hitzebedingte Krankheitsfälle frühzeitig zu identifizieren. Die Vereinbarung einer gemeinsamen Erklärung soll die Zusammenarbeit zwischen Ministerium und Fachorganisationen stärken und die Umsetzung konkreter Schritte begleiten.
| Betroffene Bereiche | Angedachte Massnahmen |
|---|---|
| Krankenhäuser | Einbezug von Hitze in Alarmplanung, organisatorische Anpassungen |
| Rettungsdienste | Frühwarnsysteme, Entlastungsstrategien |
| Pflege | Schutzkonzepte für Bewohnerinnen und Bewohner, Einsatzplanung |
Die Beratungen in NRW zeigen, dass Hitze nicht länger nur ein saisonales Komfortproblem ist, sondern eine systemische Herausforderung für die Gesundheitsversorgung darstellt. Die nun vereinbarte Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen ist der erste Schritt, um kurzfristige Schutzmassnahmen mit mittelfristigen Planungs- und Investitionsentscheidungen zu verknüpfen.