Einfacher Schutz vor Überhitzung
Die jüngsten, teils rekordverdächtigen Temperaturen in der Schweiz haben viele Gemeinden dazu veranlasst, Hinweise zum Umgang mit Hitze zu publizieren. Statt teurer und energieintensiver Klimageräte empfehlen Fachstellen bevorzugt einfache Massnahmen, die Innenräume kühler halten und zugleich den Stromverbrauch senken.
Warum mobile Klimageräte nicht erste Wahl sind
Mobile Klimageräte werden von kommunalen Stellen kritisch gesehen: Sie benötigen viel Platz, sind vergleichsweise laut und produzieren Wärme im Aussenraum. Zudem bedeutet ihr Betrieb einen deutlich höheren Strombedarf als alternative Kühlmethoden. Deshalb wird geraten, zunächst passive und stromsparende Methoden zu nutzen.
Energieeffiziente Alternativen
Als praktikable und leicht umsetzbare Massnahmen werden unter anderem genannt:
- Tagsüber Storen oder Fensterläden schliessen, um direkte Sonneneinstrahlung zu verhindern.
- In den kühleren Nacht- und Morgenstunden Querlüften mit gegenüberliegenden Fenstern, um angestaute Wärme abzuführen.
- Auf Ventilatoren setzen: Sie benötigen deutlich weniger Leistung als mobile Klimageräte und senken die gefühlte Temperatur.
- Elektrische Geräte vollständig ausschalten statt im Stand-by belassen, da ihre Abwärme zur Überhitzung beiträgt.
- Pflanzen auf Fensterbänken oder Balkonen platzieren: Sie spenden Schatten und kühlen durch Verdunstung.
Konkrete Zahlen, die das Sparpotenzial zeigen
Die Gemeinde verweist auf konkrete Vergleichswerte, die das Einsparpotenzial illustrieren. Ein Ventilator verbraucht nach Angabe rund 20 bis 80 Watt, während ein typisches mobiles Klimagerät mit etwa 800 Watt zu Buche schlägt. Zudem geben LED-Lampen bei gleicher Lichtleistung deutlich weniger Wärme ab als Halogenlampen, die rund 90 Prozent der Energie als Wärme freisetzen.
| Gerät | Typische Leistung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Ventilator | 20–80 W | Geringer Stromverbrauch, senkt gefühlte Temperatur |
| Mobiles Klimagerät | ~800 W | Hoher Stromverbrauch; erzeugt Abwärme aussen |
| Halogenlampe | — | Rund 90 % der Energie wird als Wärme abgegeben |
Weitere Beratung und längerfristige Lösungen
Für weiterführende Fragen verweisen die Gemeinden auf Fachstellen wie die Energieberatung «eteam». Bei Gebäudesanierungen könne eine professionelle Beratung zeigen, welchen Effekt eine verbesserte Wärmedämmung nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer auf das Raumklima hat. Solche Massnahmen sind zwar mit Investitionen verbunden, reduzieren aber langfristig Energiebedarf und Überhitzungsrisiken.
In der Konsequenz lassen sich akute Hitzeprobleme oft mit einfachen, kostengünstigen Verhaltens- und Gebäudemassnahmen abmildern. Gerade im städtischen Raum können solche Schritte die Belastung für Haushalte reduzieren und zugleich die Gesamtlast für Stromnetze in Hitzewellenphasen senken.