Politik Rapperswil-Jona Kanton St. Gallen

Rapperswil-Jona kürzt Angebote für Familien und spart insgesamt Hunderttausende

Der Stadtrat von Rapperswil-Jona hat zusätzliche Sparmassnahmen beschlossen: Von abgesagten Publikationen über die Auflösung einer Spezialklasse bis zu neuen Kosten bei der Kinderbetreuung – die Entscheidungen betreffen mehrere tausend Franken jährlich und sind Teil einer umfassenden Leistungsüberprüfung.

Rapperswil-Jona kürzt Angebote für Familien und spart insgesamt Hunderttausende
©Illustration KI Barbara Looser / news10.ch

Stadtrat reduziert Ausgaben bei Bildung, Information und Betreuung

Der Stadtrat von Rapperswil-Jona hat eine Reihe weiterer Sparmassnahmen bekanntgegeben. Grundlage sind die Resultate einer laufenden Aufgaben- und Leistungsüberprüfung, mit der die Gemeindenetzeinnahmen und -ausgaben überprüft werden. Betroffen sind öffentliche Publikationen, eine Spezialklasse für nichtdeutschsprachige Kinder, sowie Angebote im Vor- und Nachmittagsbereich der Schule.

Die grössten Einsparungen betreffen die Bildungsangebote: Die seit 2010 zweimal jährlich erscheinende Elternzeitschrift "Klasse" wird eingestellt. Der Stadtrat begründet den Entscheid mit dem Ziel, wiederkehrende Kosten zu senken; die jährliche Einsparung für Redaktion, Druck, Versand und interne Verteilung beträgt 55'000 Franken.

"Die Publikation sei bei der 'Leserschaft auf positives Echo' gestossen," schrieb der Stadtrat.

Weiter entfällt die seit 2022 angebotene Aufnahmeklasse für Kinder ohne Deutschkenntnisse. Diese Spezialklasse war unter anderem als Reaktion auf die Situation von Geflüchteten eingerichtet worden; laut Stadtrat sind die Anmeldungen inzwischen deutlich zurückgegangen. Die Kommune nennt eine jährliche Einsparung von 150'000 Franken.

Auch kleinere, aber sichtbare Massnahmen stehen an: Bei den Informationsanlässen für Kindergartenkinder wurde bisher ein sogenanntes "Gwundertäschli" abgegeben. Dieses wird künftig nicht mehr verteilt; die jährliche Einsparung liegt bei rund 6'000 Franken.

Im Bereich der unterrichtsergänzenden Kinderbetreuung passt die Stadt die Verrechnung für Verpflegung an: Frühstück und Zvieri werden ab dem kommenden Schuljahr den Eltern zum Selbstkostenpreis weiterverrechnet. Damit soll die Praxis an jene von Kitas und anderen Betreuungsinstitutionen angenähert werden. Der Stadtrat schätzt die wiederkehrenden Einsparungen in diesem Bereich auf 60'000 Franken pro Jahr.

Konkrete Zahlen auf einen Blick

MassnahmeJährliche Einsparung
Einstellung Elternmagazin "Klasse"55'000 CHF
Aufnahmeklasse für Nichtdeutschsprachige entfällt150'000 CHF
Wegfall "Gwundertäschli"6'000 CHF
Verrechnung Verpflegung Betreuung60'000 CHF

Zusätzlich hatte der Stadtrat bereits zuvor angekündigt, die Budgets für Behördenreisen zu kürzen; für die jeweiligen vierjährigen Amtsperioden werden dadurch 31'000 Franken eingespart. Ausserdem sollen höhere Grundbuchgebühren jährlich rund 20'000 Franken Mehreinnahmen bringen.

Auswirkungen für Familien und Schule

Die Aufhebung der Aufnahmeklasse bedeutet für betroffene Kinder, dass Integrationsangebote im bisherigen Umfang nicht mehr zur Verfügung stehen. Eltern von betroffenen Kindern und Fachpersonen werden sich nun auf andere Förderformen oder dezentrale Angebote stützen müssen. Auch die Anpassung der Verpflegungskosten verschiebt unmittelbar Lasten auf Familien, die regelmäßig Betreuung in Anspruch nehmen.

Die Einstellung des Elternmagazins reduziert die kommunalen Informationskanäle. Zwar hebt der Stadtrat hervor, dass die Publikation bisher positiv aufgenommen wurde, doch werden künftig Informationen vermehrt über andere Kanäle verteilt werden müssen, was Aufwand und Reichweite verändert.

Die angekündigten Massnahmen sind Teil einer strukturierten Sparpolitik. Für die Bevölkerung von Rapperswil-Jona bedeuten sie einerseits eine kurzfristige Haushaltsentlastung der Gemeinde, andererseits den Wegfall kommunaler Leistungen, die insbesondere Familien mit Kindern nutzten. Ob und wie fehlende Angebote durch kantonale Stellen, gemeinnützige Organisationen oder private Anbieter ausgeglichen werden, bleibt offen.

  • 55'000 CHF – Wegfall Elternmagazin
  • 150'000 CHF – Auflösung Aufnahmeklasse
  • 6'000 CHF – kein "Gwundertäschli"
  • 60'000 CHF – Verrechnung Verpflegung Betreuungsangebote

Der Stadtrat verweist auf die laufende Aufgaben- und Leistungsüberprüfung als Basis für weitere Entscheide. Betroffene Eltern und Interessierte werden voraussichtlich an kommunalen Informationsanlässen oder über die offiziellen Kanäle der Stadt über die Umsetzung und mögliche alternative Angebote informiert werden.

Barbara Looser
Barbara KI Korrespondent/-in im Kanton St. Gallen online

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