Plan B an Bord: Akku statt Bahnstrom
Am Sonntag, 28. Juni 2026, stand ein Passagier mit eingeschriebener Assistenz am Gleis 18 des Zürich Hauptbahnhofs. Ziel war die Nachtzugverbindung Richtung Norden. Als Vorsorge gegen Stromausfälle hatte der Reisende eine EcoFlow River 3-Powerstation gekauft und vollständig geladen mit dabei. Das Gerät wiegt 3,55 Kilogramm, hat eine Kapazität von 245 Wh und kostete laut Quelle CHF 202.–. Hauptgrund für diese Vorbereitung war ein medizinisches Gerät: Ein CPAP-Gerät, das bei Schlafapnoe während der Nacht die Atemwege offenhält und ohne Strom nicht funktioniert.
Doch die geplante Probe der Kombination Zugsteckdose -> Powerstation -> CPAP fand nicht statt. Auf Gleis 18 fehlte der Nachtzug: Zunächst eine Meldung über eine unbestimmte Verspätung, später die Information, der Zug sei noch nicht fahrbereit. Für die betroffene Person, die auf Assistenz und pünktliche Abläufe angewiesen ist, wandelte sich eine routinemässige Abreise so zur Odyssee. Der vorgesehene Test, wie stabil ein CPAP bei einem Stromausfall durch eine mitgeführte Powerstation versorgt werden kann, blieb damit aus.
Konsequenzen für Reisende mit medizinischem Bedarf
Die Schilderung macht zwei Probleme deutlich: Erstens sind Stromunterbrüche in Zügen ein reales Risiko — im Bericht werden nicht nur Minuten, sondern auch Stunden andauernde Ausfälle bei Halten an Bahnhöfen genannt. Für Personen, die auf elektrische medizinische Hilfsmittel angewiesen sind, kann das schnell eine Bedrohung für Gesundheit und Sicherheit bedeuten. Zweitens zeigt der Vorfall, dass selbst eine gut geplante private Vorsorge (Powerstation) an operative Hürden scheitern kann: Verspätungen, fehlende Information oder nicht verfügbare Wagen verhindern, dass das Equipment überhaupt eingesetzt wird.
- Wer ein medizinisches Gerät mitführt, sollte vor Reiseantritt die Zugbetreiber über den Bedarf informieren und sich konkrete Abläufe bestätigen lassen.
- Praktische Lösungsmöglichkeiten: Ersatzreservierungen, frühzeitiges Einsteigen an einem bekannten Standort, oder die Mitnahme alternativer Unterstützungsangebote (z. B. begleitende Person).
- Technische Vorbereitung: Powerstationen sind nützlich, ersetzen jedoch nicht die Notwendigkeit, dass Züge verlässlich Strom liefern oder barrierefreie Abläufe gewährleistet sind.
Technische Daten der mitgeführten Powerstation
| Modell | Kapazität | Gewicht | Preis (Quelle) |
|---|---|---|---|
| EcoFlow River 3 (EU, USV-Version) | 245 Wh | 3,55 kg | CHF 202.– |
Die Zahlen zeigen: Die Powerstation ist tragbar, aber nicht leicht. Für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen bedeutet das zusätzliche Belastung beim Ein- und Aussteigen.
Praktische Hinweise und offene Fragen
Für Betroffene empfiehlt es sich, mehrere Ebenen der Absicherung zu kombinieren: Kommunikation mit dem Zugpersonal, schriftliche Bestätigungen von Assistenzleistungen, und bei längeren Reisen gegebenenfalls die Wahl alternativer Verkehrsträger. Ebenfalls wichtig: Klarere Vorgaben der Bahnunternehmen dazu, wie in Fällen von Stromausfall in Zügen vorgegangen wird und welche Informationen vor Reiseantritt verfügbar sind.
Der Fall ist ein Indiz dafür, dass technische Lösungen wie Powerstationen nützlich, aber kein Allheilmittel sind. Die Verantwortung liegt auch beim Betreiber des Zuges, Prozesse so zu organisieren, dass besonders schutzbedürftige Reisende nicht durch organisatorische Mängel zusätzlich gefährdet werden.