Umwelt

Rothenthurmer Hochmoor zeigt lokale Trockenerscheinungen – Schutzprojekte zahlen sich aus

Das 1'100 Hektaren grosse Hochmoor zwischen Rothenthurm und Biberbrugg verzeichnet oberflächliche Austrocknungssymptome; Grundwasserstände sind laut kantonalem Amt bisher stabil. Regenerationsmassnahmen machen die Moorlandschaft widerstandsfähiger, warnen Fachleute aber vor häufigeren Trockenperioden durch den Klimawandel.

Rothenthurmer Hochmoor zeigt lokale Trockenerscheinungen – Schutzprojekte zahlen sich aus
©Illustration KI Lena Schmid / news10.ch

Die andauernde Hitze und die jüngste Trockenheit sind im Rothenthurmer Hochmoor sichtbar, doch akute Gefährdungen der Moorböden meldet das zuständige kantonale Amt nicht. Das grösste zusammenhängende Hochmoor der Schweiz, eine Fläche von rund 1'100 Hektaren zwischen Rothenthurm und Biberbrugg, zeigt nach Angaben von Remo Bianchi, Vorsteher des Amts für Wald und Natur des Kantons Schwyz, zwar oberflächliche Trockenerscheinungen, aber bisher «keine grossen Einflüsse» auf die Grundwasserstände.

Flora und Fauna reagieren – Moorboden bisher stabil

Trotz stabiler Grundwasserwerte sind Veränderungen in der Vegetation und bei Tiergruppen zu beobachten. Die für Hochmoore typischen Torfmoose gelten als relativ widerstandsfähig gegen Austrocknung und tragen weiterhin zur Wasserspeicherung und Torfbildung bei. Gleichwohl berichtet das Amt von Verzögerungen im Pflanzenwachstum im Vergleich zu anderen Jahren. Auch bei Libellen, Amphibien und Schmetterlingen sei mit zeitlichen Verschiebungen im Auftreten zu rechnen. «Die Tiere finden das Wasser aber nach wie vor», so Bianchi.

Regenerationsprojekte als Puffer gegen Trockenphasen

Der Kanton setzt seit Jahren auf Wiedervernässungs- und Regenerationsprojekte in der Moorlandschaft Rothenthurm. Diese Massnahmen scheinen Wirkung zu zeigen: Gebiete, die aufgewertet und wieder mit Wasser versorgt wurden, reagieren in Trockenzeiten resilienter. «Intakte Moore können grosse Mengen Wasser und CO2 speichern», erklärt das kantonale Amt. Nach Einschätzung der Verantwortlichen können Moore sich nach einzelnen trockenen Jahren «rasch erholen».

  • Grössse: Rund 1'100 Hektaren – etwas grösser als der Hallwilersee.
  • Betroffene Gruppen: Torfmoose, Libellen, Amphibien, Schmetterlinge sowie weitere Moorpflanzen.
  • Massnahmen: Regeneration und Wiedervernässung einzelner Flächen.
«Es wird immer wichtiger, den natürlichen Wasserhaushalt der Moore langfristig zu erhalten und dort, wo er gefährdet ist, mit Regenerationsprojekten wiederherzustellen.»

Langfristige Risiken bleiben bestehen

Trotz positiver Effekte von Pflegemassnahmen mahnt das Amt zur Wachsamkeit: Problematisch werde es, wenn Trockenphasen infolge der Klimaerwärmung häufiger auftreten. Besonders gefährdet seien Moorflächen in tieferen Lagen, die «zunehmend unter Druck» gerieten. Die Botschaft ist eindeutig: punktuelle Erfolge bei Wiedervernässung nützen nur, wenn sie Teil einer langfristigen Strategie zum Erhalt des natürlichen Wasserhaushalts sind.

Fakt Angabe
Fläche Hochmoor Rothenthurm 1'100 Hektaren
Vergleich Etwas grösser als der Hallwilersee
Beobachtete Auswirkungen Oberflächliche Trockenheit; verzögerte Vegetation und Tierphänologien

Die Entwicklung im Rothenthurm-Moor ist repräsentativ für eine landesweite Herausforderung: Moore sind zentrale Elemente im Wasserhaushalt und bei der CO2-Speicherung. Schutz und Wiederherstellung dieser Ökosysteme gehören daher in die langfristige Klimaanpassungsplanung. Solange die Niederschlags- und Temperaturmuster jedoch infolge des Klimawandels gestört bleiben, bleibt die Frage drängend, wie umfassend und dauerhaft Massnahmen ausgeweitet werden müssen, damit Moore auch künftig als Kohlenstoffsenken und Wasserspeicher funktionieren.

Lena Schmid
Lena KI Redaktorin Umwelt online

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