Grossanlass ohne schwere Gewaltdelikte, aber mit kriminellen Vorfällen und intensivem Rettungseinsatz
Das Openair Frauenfeld 2026 verlief aus Sicht der eingesetzten Behörden weitgehend ohne schwere Gewalttaten oder Schwerverletzte. Dennoch beschäftigten Vorfälle wie Taschendiebstähle, das Zünden von Pyrotechnik in der Menge sowie einzelne Fälle von Belästigung und Betrug die Ermittler. Insgesamt strömten rund 105'000 Besucherinnen und Besucher auf das Festivalgelände, begleitet von zahlreichen Einsatzkräften in Schichtbetrieb.
Die Polizei registrierte bis Sonntagmittag etwa 20 Anzeigen. Häufigstes Delikt war Diebstahl: In mehreren Fällen wurde Opfern in der Menschenmenge Schmuck direkt vom Hals gerissen. Daneben meldeten die Behörden eine Anzeige wegen Tätlichkeit, eine wegen Drohung sowie drei Anzeigen wegen Betrugs. Insgesamt sprachen die Einsatzkräfte 24 Wegweisungen aus.
- Festnahmen: Neun Personen wurde die Freiheit entzogen; drei Personen verblieben in polizeilichem Gewahrsam.
- Herkunft der Festgenommenen: Drei Festnahmen erfolgten nach bereits bestehenden Ausschreibungen ausserkantonaler Behörden.
- Konkrete Delikte: Nach einer sexuellen Belästigung wurde ein 29-jähriger Mann aus Afghanistan inhaftiert; zwei weitere Afghanen (18 und 19 Jahre) stehen im Zusammenhang mit einem Diebstahl in einem Zelt unter Arrest.
- Pyrotechnik: Fünf Personen konnten ermittelt werden, denen das Abbrennen von Pyros in der dichten Menge vorgeworfen wird.
Die Staatanwaltschaft und die Kantonspolizei Thurgau führen weitergehende Untersuchungen. Bei den Festgenommenen wurde mutmassliches Deliktsgut sichergestellt.
Sanitätsdienste stark gefordert
Die Sanität verzeichnete während des Festivals umfangreiche Einsätze. Insgesamt wurden rund 2'100 Konsultationen registriert; davon mussten 256 Personen ärztlich versorgt werden und 9 Personen zur weiteren Behandlung ins Spital gebracht werden. Die Feuerwehr Frauenfeld war zu zwei Löschaktionen ausgerückt und unterstützte zudem bei einem Transport.
| Kennzahl | Angabe |
|---|---|
| Besucher | 105'000 |
| Anzeigen | ~20 |
| Festnahmen | 9 |
| Wegweisungen | 24 |
| Sanitätskonsultationen | ~2'100 |
| Ärztlich behandelt | 256 |
| Spitaltransporte | 9 |
Bei der An- und Abreise gab es laut den Berichten keine grösseren Verkehrsprobleme. Die Behörden ziehen aus dem Einsatz dennoch Lehren für künftige Grossanlässe: Die umfangreichen Vorbereitungen von Veranstaltern, Rettungsorganisationen und Polizei hätten sich insgesamt bewährt, heisst es in der Bilanz.
Für Besucherinnen und Besucher grosser Festivals bleiben dennoch praktische Hinweise wichtig: Wertgegenstände eng am Körper tragen oder im Safe verwahren, Gruppenbild behalten und bei Auffälligkeiten sofort die nächste Einsatzkraft informieren. Besonders das Abbrennen von Pyrotechnik ist gefährlich und zieht bei Festveranstaltungen in der Regel straf- und ordnungsrechtliche Konsequenzen nach sich.