Deutliche Ablehnung in Saas-Grund
Die Gemeinde Saas-Grund hat am Sonntag eine zusätzliche Finanzierung für die Saastalhalle klar verworfen. Bei einer sehr hohen Stimmbeteiligung von knapp 90 Prozent stimmten 385 Stimmberechtigte gegen das Ansinnen, 246 dafür. Damit bleibt die fast fertiggestellte Eishalle unvollendet und droht als Bauruine zurückzubleiben.
Ursprünglich war das Projekt 2019 mit geschätzten Kosten von 10 Millionen Franken gestartet. Wegen Unwettern im Saastal, der Corona-Pandemie und der anhaltenden Inflation stiegen die Baukosten auf 14 Millionen Franken. Diese Mehrkosten lagen dem Abstimmungsobjekt zugrunde.
Folgen für Vereine und Gemeinde
Für den lokalen Eishockeyclub EHC Saastal hat das Nein unmittelbare sportliche Folgen: Ohne betriebsbereite Halle ist der Verbleib in der 1. Liga in Frage gestellt. Ausserdem stehen nun komplexe Fragen zur Gemeindefinanzierung, zu bereits eingegangenen Verpflichtungen und zu Ansprüchen von Gläubigern im Raum. Nach bisher vorliegenden Informationen erklärten sich einige Gläubiger bereit, fehlende Mittel zur Fertigstellung beizusteuern; offen bleibt jedoch, wie Betrieb und Unterhalt künftig geregelt würden.
Die Vorlage sah vor, dass die Gemeinde einen Beitrag zum Betrieb leisten sollte; diese Unterstützung war vertraglich gedeckelt. Die Ablehnung durch die Stimmberechtigten heisst, dass diese Vereinbarungen so nicht umgesetzt werden können.
„Im Grossen und Ganzen muss ich sagen, dass ich beruhigt bin. Es ist schön, dass die Leute das sachlich und nicht mit zu viel Emotionen angeschaut haben.“
Dieses Zitat stammt von Diego Andenmatten (Mitte Saas-Grund), der sich vor der Abstimmung für ein Nein eingesetzt hatte und das Resultat kommentierte.
Was jetzt auf die Gemeinde zukommt
- Rechts- und Finanzklärung: Die Gemeinde muss mit den Baupartnern und Gläubigern klären, welche Verpflichtungen bestehen und welche Schritte juristisch möglich sind.
- Kostentragung und Betriebskonzept: Falls die Halle doch fertiggestellt werden soll, braucht es eine klare Lösung für Betrieb, Unterhalt und eventuelle Gemeindebeiträge.
- Sportliche Alternativen: Der EHC Saastal muss kurzfristig prüfen, wie Trainings- und Spielbetrieb organisiert werden können, falls die Halle längerfristig geschlossen bleibt.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Abstimmungsresultat | Nein: 385 | Ja: 246 |
| Stimmbeteiligung | knapp 90% |
| Ursprüngliche Kostenprognose | 10 Millionen Franken (2019) |
| Aktuelle Baukosten | 14 Millionen Franken |
Die Abstimmung zeigt die Sensibilität der Bevölkerung gegenüber zusätzlichen finanziellen Belastungen der Gemeinde. Ebenso wird deutlich, dass grosse Infrastrukturprojekte in alpinen Gemeinden anfälliger für Mehrkosten sind und bei Verschlechterung der Rahmenbedingungen (Wetterereignisse, Pandemie, Inflation) rasch zu politischen Entscheidungspunkten werden. Für die nächsten Wochen sind Klärungen zwischen Gemeinde, Projektträgern, Gläubigern und dem EHC Saastal zu erwarten. Konkrete Beschlüsse, wie mit der Begleichung bereits angefallener Rechnungen oder mit einer möglichen Wiederaufnahme der Bauarbeiten weiter verfahren wird, stehen noch aus.