Zusammenstoss am Albert‑Näf‑Platz: Ablauf und Folgen
Am frühen Nachmittag des 15. September 2025 prallten zwei Trams der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) am Albert‑Näf‑Platz in Zürich‑Oerlikon zusammen. Ein Cobra‑Tram der Linie 14 stiess ungebremst in ein Tram der Linie 11. Beide Fahrzeuge entgleisten teilweise. Bei dem Unfall erlitten die beiden Tramführerinnen bzw. -führer schwere Verletzungen; ausserdem wurde ein über 90‑jähriger Passagier schwer verletzt, ein jüngerer Fahrgast zog sich leichte Verletzungen zu.
Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) leitete wie üblich eine Untersuchung ein. Ziel der Abklärungen war nicht die strafrechtliche Schuldfrage, sondern die Erarbeitung von Erkenntnissen zur Unfallverhütung.
Was die Sust herausgefunden hat
Die Untersuchung stützte sich auf Fahrdatenauswertungen sowie Gespräche mit Fahrpersonal und Passagieren. Demnach missachtete das Cobra‑Tram den geltenden Rechtsvortritt an der Kreuzung; das Tram der Linie 11 hatte Vortritt, konnte das von links kommende Fahrzeug jedoch zunächst wegen Sichtbehinderungen durch Häuser nicht sehen. Beim Fahrer des Cobra‑Trams zeigen die Befunde, dass er sich an den Unfallhergang nicht mehr erinnern kann.
- Ort: Albert‑Näf‑Platz, Nähe Bahnhof Zürich Oerlikon
- Datum: 15. September 2025
- Beteiligte Linien: 11 und 14
- Folgenschaden: Teilweise Entgleisung beider Trams; mehrere Verletzte
Technische Empfehlungen und Grenzen
Unfallexperten in der Sust‑Analyse sprechen sich für bessere automatische Bremssysteme in Trams aus. Solche Systeme könnten in kritischen Situationen eingreifen und Kollisionsschäden reduzieren. Die Untersuchung weist jedoch auch auf Grenzen solcher Technologien hin: Automatische Bremsen sind nicht fehlerfrei und funktionieren nur innerhalb definierter Parameter; zusätzlich bleibt die Situation komplex, wenn Sichtbehinderungen oder Verhalten Dritter eine Rolle spielen.
| Aspekt | Befund / Empfehlung |
|---|---|
| Sichtverhältnisse | Gebäude versperrten die Sicht des Tramfahrers der Linie 11 |
| Fahrerverhalten | Fokus auf Verkehr rechts und Einhalten des Tempolimits; Erinnerungslücken beim Fahrer des anderen Trams |
| Technik | Empfehlung: leistungsfähigere automatische Bremssysteme, aber mit Beschränkungen |
Für die Bevölkerung und die VBZ bedeutet der Bericht eine Aufforderung, technische Massnahmen zu prüfen und örtliche Verkehrsführungen, Sichtverhältnisse und betriebliche Abläufe zu überprüfen. Auf kurzen innerstädtischen Abschnitten mit komplexen Querungen sind klare Vortrittsregelungen und eine angepasste Infrastruktur entscheidend, um ähnliche Unfälle zu verhindern.
Die Sust‑Ergebnisse sind Teil eines laufenden Diskussionsprozesses über Sicherheit im städtischen Schienenverkehr. Betroffene Passagiere und Pendlerinnen sollten mit möglichen Änderungen an Fahrzeugtechnik und Betriebsabläufen rechnen; kurzfristig bleibt die Aufgabe, Gefahrenstellen entlang des Tramnetzes zu identifizieren und zu entschärfen.