Änderungen am beliebten Erholungsort
Der Familienplatz Gübsensee westlich von St. Gallen wird in mehreren Punkten angepasst. Die Ortsbürgergemeinde St. Gallen und die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) geben an, dass Teile der Anlage veraltet seien und erneuert werden müssten. Die wohl sichtbarste Massnahme: der Badesteg wurde abgebaut und ersetzt durch neue Bepflanzung.
Zum Rückbau des Stegs erklärt Urban Hettich, Leiter Forst und Natur der Ortsbürgergemeinde St. Gallen:
«Der Badesteg wurde aus Sicherheitsgründen zurückgebaut».
Ursprünglich habe man geplant, den Steg zu erneuern. Bei Abklärungen mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung habe sich jedoch ergeben, dass ein neuer Steg als Badeanlage eingestuft würde. Das würde zusätzliche Anforderungen nach sich ziehen, darunter die Bereitstellung und regelmässige Wartung von Rettungsgeräten sowie zeitweise eine Badeaufsicht. Zudem müsste ein Steg bei schlechter Wasserqualität gesperrt werden. In den letzten Jahren habe sich die Wasserqualität am Gübsensee eher verschlechtert; Baden sei bereits nicht mehr empfohlen worden.
Ökologie und Nutzungsänderungen
Die Ortsbürgergemeinde will den Familienplatz ökologisch aufwerten. An der Stelle des ehemaligen Stegs seien Sträucher gepflanzt worden, heisst es in der Medienmitteilung. Dazu sagt Hettich:
«Wir wollten etwas machen, das einen ökologischen Mehrwert schafft».
Mit der Uferbepflanzung werde das Seeufer wieder aufgeforstet, was für mehr natürliche Uferzonen sorgen und die Biodiversität fördern könne. Konkrete ökologische Ziele oder Folgeprojekte werden in der Mitteilung nicht weiter ausgeführt.
Praktische Folgen für Besucher
- Baden: Der Badesteg fehlt künftig; Schwimmgelegenheiten sind nicht mehr wie früher gegeben und Baden war zuletzt ohnehin nicht empfohlen.
- Müllentsorgung: Die Ortsbürgergemeinde plant, zusätzliche Abfalleimer aufzustellen, um die Abfallsituation am Platz zu verbessern.
- Toiletten: Künftig ist nur noch die Stadt für die Toiletten verantwortlich, nicht mehr die Ortsbürgergemeinde.
Die genannten Änderungen betreffen Besucherinnen und Besucher unmittelbar: Wer den Gübsensee als Badeort kannte, findet künftig weniger Infrastruktur für das Schwimmen vor. Familien und Grillplatznutzer sollten künftig auf veränderte Abfallbehälter und Zuständigkeiten achten.
Übersicht der Massnahmen
| Massnahme | Konsequenz |
|---|---|
| Rückbau des Badestegs | Kein Steg mehr; Einschränkung von Badeaktivitäten, entfallende Pflichten zur Badeaufsicht |
| Uferbepflanzung (Sträucher) | Ökologische Aufwertung, Aufforstung des Seeufers |
| Zusätzliche Abfalleimer | Verbesserte Abfallentsorgung am Platz |
| Toiletten: Stadt verantwortlich | Änderung in der Verwaltung und Unterhaltsverantwortung |
Weitere Detailfragen zur Kostenaufteilung, konkreten Pflegekonzepten für die neue Bepflanzung oder einem Zeitplan für weitere Erneuerungen hat die Ortsbürgergemeinde in der Mitteilung nicht detailliert beantwortet. Für Besucherinnen und Besucher des Gübsensees gelten künftig veränderte Rahmenbedingungen – besonders für jene, die den See bislang zum Baden nutzten.
Die Massnahmen zeigen, wie Sicherheits- und Umweltaspekte bei der Pflege von Naherholungsgebieten zunehmend ins Gewicht fallen. Für Anwohnende und Freizeitsuchende in St. Gallen bleibt der Gübsensee als Erholungsraum erhalten, er präsentiert sich jedoch in Teilen naturnäher und mit weniger baderelativer Infrastruktur.