Schritt vorwärts für Swissmetro-Idee
Die von ehemaligen Studierenden der ETH Lausanne entwickelte Swisspod-Kapsel hat bei einem Test in Pueblo, Colorado, einen neuen Meilenstein gesetzt: Innerhalb weniger Sekunden beschleunigte das Fahrzeug von 0 auf 146 km/h. Getestet wurde die Kapsel in einem der weltweit grössten Teströhren für Magnetschwebebahnen; sie bewegte sich schwebend auf einem Magnetfeld.
Das Projekt knüpft an die seit den 1970er-Jahren in der Schweiz diskutierte Idee der Swissmetro an. Im Vordergrund stehen technische Neuerungen, namentlich Hochleistungsbatterien und ein neues elektromagnetisches Antriebssystem. Swisspod selbst betont, die Elektrifizierung weitgehend vom Infrastrukturträger auf das Fahrzeug verlagert zu haben.
Technik, Potenzial und Vorbehalte
Nach Angaben des Unternehmens befindet sich die gesamte für Antrieb und Schweben nötige Technik im Fahrzeug: Magneten, Energiespeicher und Steuerung. Dadurch liessen sich gemäss Swisspod die Infrastrukturkosten senken. Langfristig rechnen die Projektverantwortlichen mit möglichen Fahrgeschwindigkeiten von bis zu 1'000 km/h in einer Niederdruckröhre. Gleichzeitig warnen sie, dass vor einem kommerziellen Einsatz noch bedeutende technische und regulatorische Hürden zu überwinden sind.
„Wir mussten einige Teile auswechseln und bereiten uns nun auf die Tests vor. Ich hoffe, es fängt nicht Feuer!“, sagt Denis Tudor, Geschäftsführer und Mitbegründer von Swisspod.
Konkrete Prüfstände und Entwicklungshistorie
Die Entwicklung der Technologie läuft seit 2019 auf dem Campus der ETH Lausanne. Zunächst diente ein Prototyp dazu, das neue System zu prüfen. Die jüngsten Tests in den USA zeigen nun, dass Konzepte aus dem Labor in realen Testumgebungen umgesetzt werden können — wenn auch noch auf Versuchsebene.
- Testort: Pueblo, Colorado (USA)
- Erreichte Testgeschwindigkeit: 146 km/h
- Beginn der Entwicklung an ETH Lausanne: 2019
- Langfristiges Ziel (theoretisch): Geschwindigkeiten bis 1'000 km/h in Niederdruckröhren
Auswirkungen für Zürich und Pendler
Für den Kanton Zürich und die Grossregion ist das Projekt interessant, weil es die Vorstellung von extrem schnellen Verbindungen zwischen Schweizer Städten nährt. Eine Strecke wie Genf–Zürich in rund 15 Minuten wird in der Meldung als Zielvision genannt. Entscheidend wird sein, ob und wie die technischen Versprechen in realisierbare, sichere und wirtschaftlich tragbare Infrastrukturen übersetzt werden können. Bis dahin bleibt Swisspod ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit viel Potenzial, aber auch mit offenem Regelungs- und Umsetzungsbedarf.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Testort | Pueblo, Colorado (USA) |
| Erreichte Geschwindigkeit | 146 km/h |
| Entwicklungsbeginn an ETH Lausanne | 2019 |
| Theoretisches Potenzial | 1'000 km/h in einer Niederdruckröhre |
Für Bewohnerinnen und Bewohner im Kanton Zürich bleibt momentan festzuhalten: Die jüngsten Tests demonstrieren technische Fortschritte, geben aber noch keine verlässliche Grundlage für konkrete Planungen oder Investitionsentscheidungen in der Schweiz. Entscheidend sind in den nächsten Schritten die weiteren Fahrversuche, die Skalierung der Technologie und die Klärung regulatorischer Anforderungen.