Die lokale Tourismusorganisation Thun-Thunersee Tourismus (TTST) zieht eine überwiegend positive Bilanz für das Jahr 2025. An der jüngsten Mitgliederversammlung präsentierte der Verein Kennzahlen, die sowohl die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für die Region als auch künftige Schwerpunkte der Destinationspolitik dokumentieren.
Wachstum bei Logiernächten trotz rückläufiger Hotelübernachtungen
TTST verzeichnete im Berichtsjahr einen Anstieg der Gesamtzahl der Logiernächte um 3,89 Prozent. Dieses Wachstum ist laut Berichten vor allem auf die gestiegene Nachfrage nach Kurzzeitvermietungen sowie auf ein konsequenteres Kurtaxen-Inkasso zurückzuführen. Gleichzeitig seien die Hotelübernachtungen leicht rückläufig gewesen, womit sich das Nutzungsverhalten der Gäste verändert habe.
- Logiernächte (gesamt): +3,89%
- Bruttowertschöpfung: 334 Millionen Franken
- Vollzeitäquivalente (FTE): rund 2'720
- Anteil Schweizer Gäste in Hotellerie: 62,29%
- Durchschnittliche Bettenbelegung: 50,34%
- Durchschnittliche Aufenthaltsdauer: 2 Nächte
Der Geschäftsführer von TTST legte erstmals detaillierte Zahlen zur direkten und indirekten touristischen Wertschöpfung vor: Insgesamt entfalte der Tourismus in der Region eine Bruttowertschöpfung von 334 Millionen Franken und trage zu rund 9 Prozent der regionalen Beschäftigung bei.
"Gemäss Geschäftsführer Norbert Schmid beträgt die durch den Tourismus direkt und indirekt ausgelöste Bruttowertschöpfung 334 Millionen Franken."
Räumliche Verteilung und Beschäftigungswirkung
Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus ist innerhalb der Destination unterschiedlich verteilt: Am rechten Thunerseeufer entfallen dem Bericht zufolge 23 Prozent des Beschäftigungsanteils auf den Tourismus, am linken Seeufer 15 Prozent und in der Agglomeration Thun 6 Prozent. Diese Zahlen unterstreichen die lokale Verankerung des Tourismussektors, insbesondere entlang der Seepromenade und in den direkt am See gelegenen Gemeinden.
TTST schätzt die Beschäftigungswirkung auf rund 2'720 Vollzeitäquivalente. Gleichzeitig entfallen rund 77 Prozent der touristischen Frequenzen auf Tagesgäste – ein Faktor, der Auswirkungen auf die Angebotsgestaltung und Infrastrukturfinanzierung hat.
Ausblick: Wintertourismus und Aufenthaltsdauer im Fokus
Für die künftige Arbeit hat der Verband Schwerpunkte definiert: Die Destination will insbesondere den Wintertourismus stärken sowie die durchschnittliche Aufenthaltsdauer und die Bettenbelegung erhöhen. Präsident Michel Weber betonte an der Versammlung die stabile Position der Destination im Schweizer Markt und das Bestreben, nachhaltiges Wachstum zu erreichen.
Die Mitgliederversammlung bestätigte mehrere Vorstandsmitglieder für eine weitere Amtszeit; zugleich wurde ein Vorstandsmitglied verabschiedet. An die Versammlung schloss der Jubiläumsanlass zum 100-Jahr-Jubiläum von Thun-Thunersee Tourismus an, an dem rund 370 Mitglieder und Gäste teilnahmen.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Logiernächte (Veränderung) | +3,89% |
| Bruttowertschöpfung | 334 Mio. CHF |
| Vollzeitäquivalente | ~2'720 |
| Durchschnittliche Aufenthaltsdauer | 2 Nächte |
| Bettenbelegung | 50,34% |
Für die Stadt Thun und die angrenzenden Gemeinden bedeuten die präsentierten Zahlen sowohl Chancen als auch Herausforderungen: Ausbau und Förderung des Winterangebots, die Verbesserung der Infrastruktur für länger verweilende Gäste und die Balance zwischen Tagesgästen und Übernachtungstourismus werden künftig zentrale Themen bleiben. Die neuen Kennzahlen liefern den lokalen Behörden und der Wirtschaft eine aktualisierte Grundlage für Entscheidungsprozesse in der Tourismusförderung und Raumplanung.