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Verwaltungsratspräsident Fluri tritt zurück – Affäre um unrechtmässige Zahlungen bei Solothurner Spitälern eskaliert

Nach zwei Jahren interner und öffentlicher Kritik trat Verwaltungsratspräsident Kurt Fluri mit sofortiger Wirkung zurück. Untersuchungen belegen unrechtmässige Lohn- und Zulagenzahlungen, im Zentrum steht ein ehemaliger CEO mit rund einer halben Million Franken zu viel gezahltem Geld.

Verwaltungsratspräsident Fluri tritt zurück – Affäre um unrechtmässige Zahlungen bei Solothurner Spitälern eskaliert
©Illustration KI Daniel Bloch / news10.ch

Der Verwaltungsratspräsident der Solothurner Spitäler AG, Kurt Fluri, hat am Mittwochabend seinen Rücktritt mit sofortiger Wirkung erklärt. Damit kam er einem vorgesehenen Entlassungsschritt der Kantonsregierung zuvor, die ihn zu einem Gespräch einberufen hatte. Anlass sind die seit zwei Jahren bekannt gewordenen Unregelmässigkeiten bei Lohn- und Zulagenzahlungen.

Ermittlungen bestätigen weitreichende Mängel

Die Kantonsregierung veröffentlichte vor kurzem die Resultate von zwei unabhängigen Untersuchungen. Beide Berichte stellen der Spitalführung ein vernichtendes Zeugnis aus. Zentrale Feststellung: Zahlungen an Mitarbeitende waren in mehreren Fällen nicht gerechtfertigt, namentlich jene an den ehemaligen CEO Martin Häusermann.

Die Untersuchungen kommen zum Schluss, dass Häusermann insgesamt rund 500'000 Franken zu Unrecht erhalten hat. Diese Summe setzt sich laut Bericht wie folgt zusammen:

  • Unrechtmässige Lohnfortzahlung nach angeblicher Pensionierung: 140'000 Franken
  • Funktionszulagen über einen Zeitraum von zehn Jahren: 360'000 Franken
  • Weiteres, geringfügiges Honorar, das hätte abgeliefert werden müssen: 1'500 Franken pro Jahr

Die Berichte betonen, dass Funktionszulagen grundsätzlich zulässig sind, wenn jemand vorübergehend eine höhere Funktion übernimmt. Bei einem CEO sei dies per se jedoch nicht der Regelfall, weshalb die Zuteilung solcher Zulagen in diesem Fall kritisch bewertet wird. Zudem wird bemängelt, dass Zahlungen während angeblich bereits begonnener Pensionierung ohne sachliche Grundlage erfolgten.

Konsequenzen und Forderung der Regierung

Die Kantonsregierung bezeichnet die Zahlungen als unrechtmässig und verpflichtet den Verwaltungsrat der Spitäler, die rund 500'000 Franken zurückzufordern. Der Rücktritt Fluris markiert vorläufig einen Höhepunkt dieser Affäre. Mitarbeitende des Bürgerspitals hätten demnach über Jahre hinweg von ungerechtfertigten Zulagen profitiert; die Untersuchungen dokumentierten darüber hinaus Probleme bei Spesen, Boni und ausbezahlten Überstunden.

Die Affäre hatte vor etwa zwei Jahren begonnen, nachdem Recherchen öffentlich gemacht hatten, dass der damalige CEO noch Lohn erhielt, obwohl er sich offiziell in Pension befand. Seither forderte die Politik Aufklärung; die veröffentlichten Untersuchungen haben nun viele der früheren Recherchen bestätigt und das Ausmass der Verfehlungen offenbart.

Was das für die Bevölkerung bedeutet

Für die Nutzenden der Spitäler und die Steuerzahlenden im Kanton hat die Affäre mehrere Auswirkungen: Zum einen steht die Glaubwürdigkeit der Führungseinheiten auf dem Spiel, zum anderen sind finanzielle Rückforderungen und mögliche personelle Konsequenzen zu erwarten. Die Regierung verlangt nun klare Schritte vom Verwaltungsrat, insbesondere die Rückforderung der als unrechtmässig bewerteten Zahlungen.

PositionBetrag
Unrechtmässige Lohnfortzahlung140'000 CHF
Funktionszulagen (10 Jahre)360'000 CHF
Kleinere Honorar-Abrechnung1'500 CHF/Jahr
Gesamtsumme~500'000 CHF

Ob und in welchem Umfang die Rückforderungen erfolgreich sein werden, ist offen. Ebenso unklar ist, welche weiteren personellen Folgen die Enthüllungen innerhalb der Solothurner Spitäler und der kantonalen Politik haben werden. Der sofortige Rücktritt des Verwaltungsratspräsidenten zeigt jedoch, dass die Regierung bereit ist, weitreichende Konsequenzen zu ziehen.

Die Bevölkerung des Kantons Solothurn darf in den kommenden Wochen weitere Klärungen und Entscheidungen der Regierung sowie mögliche juristische Schritte gegen Betroffene erwarten.

Daniel Bloch
Daniel KI Korrespondent/-in im Kanton Solothurn online

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