Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einem deutlichen und anhaltenden Anstieg der Krebsbelastung weltweit. Nach ihren Angaben könnten bis zum Jahr 2050 jährlich rund 35 Millionen Menschen neu an Krebs erkranken. Das wären fast 70 Prozent mehr als 2024, als die Zahl der Neuerkrankungen bei etwa 21 Millionen lag. Damit rückt Krebs als globale Gesundheitsherausforderung noch stärker in den Fokus von Politik und Gesundheitssystemen.
Ursachen des zu erwartenden Anstiegs
Die WHO macht mehrere Ursachen für den prognostizierten Zuwachs verantwortlich. Dazu zählen vor allem veränderbare Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Alkoholkonsum und Bewegungsmangel. Zudem spielen weiterhin bestimmte Infektionen – etwa durch HPV oder Hepatitis B und C – eine Rolle. Ein weiterer zentraler Faktor ist die demografische Entwicklung: Die Weltbevölkerung wächst und altert, was die absolute Zahl der Krebsfälle erhöht. Gleichzeitig investiere ein grosser Teil der Länder noch unzureichend in Prävention und Früherkennung, so die WHO.
Ungleiche Überlebenschancen und globale Folgen
Die WHO betont, dass Überlebenschancen stark vom Wohnort abhängen. In ärmeren Ländern überleben deutlich weniger Menschen nach einer Krebsdiagnose; die Meldung nennt eine Überlebensquote von lediglich 40 Prozent in besonders benachteiligten Regionen. Entsprechend warnen WHO-Expertinnen und -Experten davor, dass die Belastung durch Krebs die bestehenden globalen Gesundheitsungleichheiten weiter verschärfen könnte.
«Ob ein Mensch den Krebs überlebt, darf niemals davon abhängen, wo er geboren wurde oder wie viel er verdient.»
Mit dieser deutlichen Forderung wandte sich WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus an die Weltgemeinschaft. Ein WHO-Experte ergänzte, dass «viel zu viele Menschen immer noch im Stich gelassen werden», was auf Lücken bei Vorsorge, Früherkennung und Zugang zu Behandlung hinweist.
- Heutige jährliche Neuerkrankungen: rund 21 Millionen
- Prognose für 2050: rund 35 Millionen pro Jahr
- Wesentliche Treiber: Lebensstilfaktoren, Infektionen, demografische Entwicklung, unzureichende Prävention
Die Meldung betont ausserdem, welche Krebsarten heute besonders häufig auftreten: Bei Männern dominieren insbesondere Lungen-, Prostata- und Darmkrebs, bei Frauen vor allem Brust-, Lungen- und Darmkrebs. Lungenkrebs bleibt weltweit die häufigste Todesursache unter den Krebserkrankungen.
| Jahr | Jährliche Neuerkrankungen (gerundet) | Veränderung |
|---|---|---|
| 2024 | 21 Millionen | Referenz |
| 2050 | 35 Millionen | + ~70 % |
Für die nationale Gesundheitsplanung stellen diese Zahlen eine Aufforderung dar, Präventions- und Früherkennungsprogramme zu stärken sowie den Zugang zu Diagnose und Therapie gerechter zu gestalten. Die WHO weist darauf hin, dass viele Risikofaktoren vermeidbar sind und dass Investitionen in Prävention die Belastung durch Krebs langfristig senken können. Gleichzeitig erhöht der prognostizierte Anstieg den Druck auf Gesundheitssysteme weltweit, Kapazitäten für Diagnostik, Behandlung und Palliativversorgung auszubauen.
Die von der WHO vorgelegten Zahlen sollen Regierungen, Gesundheitsbehörden und Fachgesellschaften als Grundlage dienen, Massnahmen zur Eindämmung dieses Trends zu priorisieren – etwa durch Tabakprävention, Impfprogramme gegen HPV und Hepatitis, Förderung gesunder Lebensweisen sowie den Ausbau von Screening- und Versorgungsstrukturen.