Mehr Kapazität für Zunahme an erneuerbarer Energie
Der Zürcher Stadtrat hat einen Kredit von 11 Millionen Franken bewilligt, damit das Elektrizitätswerk EWZ die Netzkapazität in Mittelbünden erhöhen kann. Aktuell transportiert die betroffene Hochspannungsleitung eine Spannung von 60 Kilovolt. Das reicht nach Einschätzung des EWZ nicht aus, um die erwarteten Zuwächse bei der Produktion aus erneuerbaren Quellen aufzunehmen.
Zur Bewältigung der steigenden Einspeisemengen plant das EWZ langfristig eine Umstellung auf 150 Kilovolt und baut für einzelne Projekte ein Unterwerk. Zu den betroffenen Vorhaben zählt das Wasserkraftwerk Chlus in Trimmis, das vom Bündner Energieunternehmen Repower vorangetrieben wird und gemäss Mitteilung jährlich genug Strom für rund 50'000 Einfamilienhäuser liefern könnte.
«Um den Strom auch in Zukunft sicher und zuverlässig transportieren zu können, plant EWZ langfristig die Umstellung auf eine Spannung von 150 Kilovolt.»
Wie sich die 11 Millionen Franken konkret verteilen
Der bewilligte Betrag wird auf mehrere Massnahmen aufgeteilt. Für die Planung des Unterwerks sowie den Erwerb von Baurechten auf dem Gelände des geplanten Kraftwerks in Trimmis sind 4,56 Millionen Franken vorgesehen. Die restlichen 6,45 Millionen Franken dienen verschiedenen Netzanpassungen, um den in Trimmis produzierten Strom ins übergeordnete Netz zu leiten. Einige Arbeiten sollen in Zusammenarbeit mit Repower erfolgen, um Planungs- und Bau-Synergien zu nutzen.
- Gesamtkredit: 11 Millionen Franken
- Planung/Grundstück (Trimmis): 4,56 Millionen Franken
- Netzanpassungen: 6,45 Millionen Franken
- Derzeitige Spannung: 60 kV — geplant: 150 kV
- Betroffenes Projekt: Wasserkraftwerk Chlus (Repower), Ziel-Inbetriebnahme 2033
| Position | Betrag (CHF) |
|---|---|
| Planung und Baurechte (Unterwerk Trimmis) | 4,56 Mio. |
| Netzanpassungen | 6,45 Mio. |
| Gesamt | 11,00 Mio. |
Konsequenzen für die Region
Für die Bevölkerung in Mittelbünden und insbesondere für Gemeinden wie Trimmis hat das Projekt mehrere Auswirkungen. Einerseits ist die Anpassung der Leitungen und das neue Unterwerk Voraussetzung dafür, dass zusätzliche erneuerbare Erzeugungskapazitäten technisch eingebunden werden können. Andererseits sind Bau- und Planungsphasen mit lokalem Landbedarf, temporären Baustellen und möglichen Eingriffen in die Landschaft verbunden. Laut Mitteilung sollen Planungen und Bau koordinierte Projekte mit Repower nutzen, um Eingriffe zu minimieren.
Wichtig ist zudem der zeitliche Horizont: Das Wasserkraftwerk Chlus wird, wenn die Planung wie vorgesehen verläuft, erst in 2033 in Betrieb gehen. Die jetzt genehmigten Mittel dienen vorab der Planung und der Netzvorbereitung, nicht dem Bau der Kraftwerksanlagen selbst.
Die Entscheidung des Zürcher Stadtrats zeigt, dass kantonale und kommunale Energieprojekte zunehmend über kantonsgrenzen hinweg abgestimmt werden müssen. Für Graubünden bedeutet dies eine bessere Perspektive, erzeugte erneuerbare Energie lokal zu verwerten und langfristig mehr Stabilität in der Stromversorgung zu erreichen.