Fernzug donnert ohne Durchsage durch S-Bahnhof
Ein ÖBB-Railjet fuhr in Vaterstetten unerwartet mit bis zu 120 km/h durch den S-Bahnhof und löste bei wartenden Fahrgästen auf dem Bahnsteig Schrecken aus. Als Ursache nannte ein Bahnsprecher die laufende Korridorsanierung in Bayern: Fernzüge werden während der Arbeiten als Umleitungszüge über S-Bahngleise geführt, wodurch auf diesen Strecken vorübergehend ein deutlich grösseres Verkehrsaufkommen entsteht.
Sicherheitsregeln und Informationspflichten
Nach Angaben der Bahn gelten für Zugdurchfahrten auf S-Bahngleisen klare Sicherheitsvorgaben: Der wichtigste Hinweis ist, ausreichend Abstand zur Bahnsteigkante zu halten. Zuggenaue Durchsagen sind laut der zitierten Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung erst vorgeschrieben, wenn Züge mit mehr als 160 km/h durch Stationen fahren. In Vaterstetten hat die Deutsche Bahn deshalb Bodenmarkierungen und gelbe Warnschilder angebracht; auf den Bahnsteigbildschirmen erscheint ergänzend ein allgemeiner Hinweis, der Fahrgäste zur Vorsicht auffordert.
„Bei starker Streckenauslastung würden dann auch andere Züge auf den S-Bahngleisen verkehren“, erklärte ein Bahnsprecher zum Hintergrund der Umleitungen.
Ursachen: Korridorsanierung und weitere Störungen
Neben der Korridorsanierung beeinflusste ein Brückenunfall in München die Streckenführung: Die Güterzugstrecke auf dem Nordring war zunächst vollständig gesperrt und später nur noch eingeschränkt befahrbar. Solche Vorfälle führen dazu, dass Züge auf alternative Trassen, darunter S-Bahngleise, ausweichen müssen.
Praktische Hinweise für Reisende aus Zug
- Auf Bahnhöfen stets Abstand zur Bahnsteigkante halten und Warnmarkierungen beachten.
- Auf allgemeine Hinweise auf Bildschirmen und Hinweisschilder achten – zuggenaue Durchsagen erfolgen nur bei höheren Geschwindigkeiten.
- Bei ungewöhnlicher Lärmentwicklung oder Sogwirkung erhöhte Vorsicht walten lassen und Kinder begleiten.
Fakten im Überblick
| Ort | Vaterstetten (S-Bahnhof) |
|---|---|
| Zugtyp | ÖBB-Railjet (Fernzug) |
| Geschwindigkeit | bis 120 km/h |
| Rechtliche Schwelle für zuggenaue Durchsagen | 160 km/h |
| Grund für Umleitung | Korridorsanierung und Brückenunfall in München |
Die Ereignisse zeigen, wie Infrastrukturarbeiten und Störfälle in einer Region direkte Auswirkungen auf die Streckenführung andernorts haben können. Für Reisende aus dem Kanton Zug, die regelmäßig nach München pendeln oder dort umsteigen, bedeutet dies: erhöhte Aufmerksamkeit an den Bahnsteigen, besonders wenn Züge über S-Bahngleise umgeleitet werden.