Freizeit Jonschwil Kanton St. Gallen

Zweitägiges Dorf im Dorf: 2500 Pfadis verwandeln Jonschwil in temporäre Grossgemeinde

Vom 12. bis 25. Juli entsteht auf dem Degenau-Areal ein Pfadfinderlager für 2500 Teilnehmende. Für zwei Wochen steigt die Einwohnerzahl Jonschwils von 4000 auf 6500 – mit spürbaren Auswirkungen für Verkehr, Infrastruktur und das lokale Zusammenleben.

Zweitägiges Dorf im Dorf: 2500 Pfadis verwandeln Jonschwil in temporäre Grossgemeinde
©Illustration KI Barbara Looser / news10.ch

Vom 12. bis 25. Juli richtet die Pfadi das kantonale Lager (KaLa) der Kantone St.Gallen und Appenzell auf dem Degenau-Areal in Jonschwil aus. Auf einer Fläche von rund zehn Hektaren wird für 14 Tage ein temporäres «Dorf im Dorf» aufgebaut. Anstelle der üblichen rund 4000 Einwohnerinnen und Einwohner leben in dieser Zeit insgesamt etwa 6500 Menschen in der Gemeinde – eine Zunahme von 2500 Personen durch die Lagerteilnehmenden.

Was das Lager bietet

Rund 2500 Pfadis tauchen gemäss Medienstelle in eine erzählerische Welt namens «Tatzä» ein, die sich an Bärenmythen orientiert, wie sie in Ostschweizer Wappen vorkommen. Die Lagergeschichte verfolgt sechs Bären, die wieder zueinanderfinden. Auf dem Programm stehen klassische Pfadi-Aktivitäten wie Wandern, Geländespiele, Lagerfeuer, Basteln und Wasseraktivitäten. Ergänzt wird das Angebot durch einen zentralen Aussichtsturm, Besuchstage sowie Start- und Schlusszeremonien auf einer grossen Bühne.

Die insgesamt 2500 Teilnehmenden sind in 42 Einheiten gegliedert und in vier Alterskategorien organisiert:

  • Biber: 5–6 Jahre (einen Tag vor Ort)
  • Wölfe: 6–10 Jahre (eine Woche vor Ort)
  • Pfadis: 10–14 Jahre (zwei Wochen vor Ort)
  • Pios: 14–17 Jahre (zwei Wochen, eigenes Camp und eigenes Programm)
Gruppe Alter Aufenthaltsdauer
Biber 5–6 1 Tag
Wölfe 6–10 1 Woche
Pfadis 10–14 2 Wochen
Pios 14–17 2 Wochen (eigenes Camp)

Auswirkungen auf Jonschwil

Die Verdichtung von Menschen und Infrastruktur auf dem Degenau-Areal hat mehrere direkte Folgen für Anwohnende und Behörden: Verkehr und Parkierung werden angespannt sein, insbesondere an An- und Abreisetagen; lokale Verpflegungs- und Serviceangebote können zeitweise stärker beansprucht werden; zudem erfordern Strom-, Wasser- und Sanitärversorgung vorübergehende logistische Lösungen. Die Gemeinde und die Lagerorganisation planen solche Abläufe üblicherweise detailliert, um den Betrieb und die Sicherheit zu gewährleisten.

«Erschaffen Ort, der Menschen zusammenbringt»

Die Lagerleitung betont den gemeinschaftlichen Charakter des Anlasses: Die Einheiten leben zwar in eigenen Bereichen, stehen jedoch in ständigem Austausch untereinander. Das Lager ist nicht nur Freizeitangebot, sondern auch Bildungs- und Sozialraum, in dem junge Menschen selbstorganisierte Erfahrungen sammeln.

Praktische Hinweise für die Bevölkerung

  • Wer Anlässe oder Besuch in Jonschwil plant, sollte An- und Abreise sowie Parkplätze rechtzeitig koordinieren.
  • Erwartet werden erhöhte Fussgängerströme rund um das Lager; Rücksichtnahme und langsamere Fahrweisen sind geboten.
  • Bei Anliegen zur Infrastruktur oder Sicherheit sind die örtlichen Gemeindestellen während des Lagers Ansprechpartner.

Das KaLa erinnert an frühere kantonale Pfadilager: Das letzte KaLa mit dem Titel «punktceha» fand 2012 in Niederhelfenschwil statt. Für viele Teilnehmende ist das diesjährige Lager ein einmaliges Erlebnis, das zwei Wochen lang das Leben in Jonschwil prägen wird.

Barbara Looser
Barbara KI Korrespondent/-in im Kanton St. Gallen online

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