Grün statt Grau: Aussenraum des AAL soll klimaresistenter werden
Rund um das Armeeausbildungszentrum Luzern (AAL) auf der Allmend dominieren heute grosse, versiegelte Flächen, die bei sommerlicher Hitze stark aufheizen. Bei der Stadt Luzern ist nun ein Baugesuch für einen sogenannten «sommerlichen Wärmeschutz» eingereicht worden. Damit will der Kanton Luzern als Bauherr die Aussenanlagen ökologisch aufwerten und Hitzeinseln reduzieren.
In den eingereichten Unterlagen ist vorgesehen, dass Teile des Betonbelags—vor allem an der Südseite beim Wasserbecken—durch eine Chaussierung mit Kies und Schotterrasen ersetzt werden. Das bestehende Wasserbecken soll nicht erhalten bleiben, sondern in eine kleine Riedwiese beziehungsweise eine moorartige Fläche umgewandelt werden. Zusätzlich sind mehrere Einzelbäume und Sträucher geplant.
„Ziel ist die Reduktion von Hitzeinseln, die dezentrale Versickerung des Niederschlagswassers vor Ort sowie die Förderung der Biodiversität durch standortgerechte Bepflanzung.“
Auf der Nordseite des Areals, wo eine Parkierungsfläche liegt, sollen an verschiedenen Stellen insgesamt zwölf Parkplätze aufgehoben werden. Dadurch entstünde Platz für 26 neue Bäume. Insgesamt werden laut Baugesuch rund 650 Quadratmeter Fläche entsiegelt. Die geschätzten Baukosten betragen gemäss den Unterlagen rund 330'000 Franken.
Konkrete Folgen für Allmend und Bevölkerung
Die geplanten Massnahmen haben mehrere unmittelbare Auswirkungen für die Stadt Luzern und die Nutzer der Allmend:
- Geringere Aufheizung lokaler Flächen im Sommer durch mehr Vegetation.
- Bessere dezentrale Versickerung von Niederschlagswasser—relevant bei Starkregenereignissen.
- Mehr Lebensraum für Pflanzen und Kleintiere durch Ried- und Moorflächen sowie gezielte Bepflanzung.
- Weniger Parkplätze auf dem AAL-Areal, dafür mehr Bäume und Aufenthaltsqualität.
Für Anwohnende und Erholungssuchende auf der Allmend bedeutet dies weniger Hitze in der unmittelbaren Umgebung, mehr Schatten und eine aufgewertete Freifläche. Einschränkungen beim Parkieren könnten zwar kurz- bis mittelfristig zu Anpassungen führen, langfristig soll die Grünraumqualität aber steigen.
Denkmalprojekt «Monumoira» geplant
Parallel zu den grünen Massnahmen liegt ein weiteres Baugesuch vor: Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport plant südlich des Gebäudes eine Gedenkstätte namens «Monumoira». Vorgesehen ist eine rund 25 Meter hohe Stele mit einem punktförmigen Licht an der Spitze, die an im Dienst verstorbene Angehörige der Schweizer Armee erinnern soll. Auch dieses Projekt befindet sich in der Bewilligungsphase bei der Stadt Luzern.
Übersicht: Zahlen und Fakten
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Fläche entsiegelt | ~650 m² |
| Parkplätze aufgehoben | 12 |
| Neue Bäume geplant | 26 |
| Kostenschätzung | ~330'000 CHF |
| Höhe geplantes Denkmal | ~25 m |
Das Projekt steht im Kontext städtischer Klimaanpassung und der Förderung städtischer Biodiversität. Ob und wann die Massnahmen realisiert werden, entscheidet die Stadt Luzern im Rahmen des Bewilligungsverfahrens. Für Anwohnende und Besucher der Allmend ist mit Bauarbeiten und temporären Einschränkungen zu rechnen, die Stadt oder der Kanton werden die geplanten Zeitfenster und Verkehrs-/Parkregelungen veröffentlichen, sobald das Baugesuch bewilligt ist.