Nachwuchs für den Berner Holzbau
Am 1. Juni feierten 98 Absolventinnen und Absolventen in der Ilfishalle Langnau ihren erfolgreichen Lehrabschluss als Zimmerleute und Holzbearbeitende. Die Veranstaltung der Sektion Bern von Holzbau Schweiz machte deutlich, wie zentral die berufliche Ausbildung für die Branche und für die Region ist.
Im Zentrum der Feier stand die Frage, was einen guten Holzbauer ausmacht. Andreas Andermatt, Geschäftsführer der Holzbau Schweiz Sektion Bern und des Bildungszentrums Holz Lyss, fasste die Antwort mit einem Bild zusammen: den Zimmermannsknoten als Symbol für die «DNA der Holzbauer». Damit sei nicht eine angeborene Begabung gemeint, sondern die Summe von weitergegebenem Wissen, Erfahrungen und Haltung, erklärte er.
Mit dem Lehrabschluss sei dieser Weg nicht abgeschlossen, die eigene «DNA» entwickle sich weiter – mit jeder neuen Aufgabe, jeder Weiterbildung und jeder Erfahrung im Berufsalltag.
Die Feier zeigte, dass diese Idee gelebte Praxis ist: Musik kam von den «Risette Buebe» aus dem Entlebuch, unter ihnen ein Jugendlicher, der gleichzeitig seine Lehre als Zimmermann beginnt. Solche Begegnungen an überbetrieblichen Kursen, in Lehrbetrieben und an der Berufsfachschule sind laut Andermatt Teil des Lernprozesses.
Konkrete Auswirkungen für die Region Bern
Die Abschlussfeier wirkt sich unmittelbar auf den Arbeitsmarkt im Kanton Bern aus. Handwerkliche Fachkräfte im Holzbau sind gefragt – sei es in Wohnungsbauprojekten, Renovationen oder in nachhaltigen Holzbauvorhaben. Gut ausgebildete Zimmerleute tragen dazu bei, dass lokale Betriebe Aufträge übernehmen und Fachwissen in der Region gehalten wird.
- 98 frisch diplomierte Fachkräfte für den Holzbau
- Verstärkte Bedeutung überbetrieblicher Kurse und der Berufsfachschule
- Generationenübergreifende Weitergabe von Praxiswissen als Ausbildungsprinzip
Die Veranstaltung zeigte ausserdem familiäre Kontinuitäten: Ein Teilnehmer schloss eine Zweitausbildung ab, während sein Sohn dieselbe Lehre durchläuft. Solche Geschichten unterstreichen, wie sehr der Berufsweg im Holzbau oft in Familien und Regionen verwurzelt ist.
| Datum | Ort | Anzahl Abschlüsse |
|---|---|---|
| 1. Juni | Ilfishalle Langnau | 98 |
Für die Bevölkerung im Kanton Bern bedeutet das: Verlässliche Fachkräfte für lokale Bauprojekte, eine gestärkte regionale Wirtschaftsstruktur im Handwerk und Perspektiven für Lehrabsolventinnen und -absolventen, die sich weiterbilden und beruflich entwickeln können.
Die betonte «DNA der Holzbauer» erinnert daran, dass Ausbildung nicht nur Wissensvermittlung ist, sondern auch das Weitergeben von Haltung und Erfahrung – ein Prozess, der nach dem Lehrabschluss weitergeht.