Gemeinderat finanziert Technik zur Einsatzpriorisierung
Der Gemeinderat von Biel hat einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 220'000 Franken gesprochen, damit Feuerwehrfahrzeuge an bestimmten Ampeln künftig Vorrang erhalten. Die Finanzierung erfolgt über die Sonderrechnung für die Feuerwehr. Ziel der Massnahme ist es, die Durchfahrt an wichtigen Verkehrsknotenpunkten zu beschleunigen und damit die Einsatzzeiten zu verkürzen sowie die Verkehrssicherheit zu verbessern.
Erste Phase: Neumarktstrasse/Freiestrasse bis Ende 2026
In einer ersten Umsetzungsetappe wird die Technologie bis Ende 2026 an der Kreuzung Neumarktstrasse und Freiestrasse installiert. Später sollen weitere, noch nicht namentlich genannte, strategische Kreuzungen folgen. Die Auswahl der Standorte orientiert sich nach Angaben der Stadt an der Lage der Hauptachsen für Einsatzfahrten.
Wie das System funktioniert
Technisch basiert die Lösung auf einem Funkprinzip: Sender in den Einsatzfahrzeugen kommunizieren mit Empfängern an den Ampeln. Ein Fahrzeug mit eingeschaltetem Blaulicht kann damit die Schaltphasen kurzfristig anpassen, um eine schnelle Durchfahrt zu ermöglichen. Nach der Passage soll die Ampel automatisch wieder in den Normalbetrieb zurückkehren. Die Stadt stellt klar, dass das System nach dem gleichen Prinzip arbeitet wie die bereits eingesetzte Priorisierung für Busse der Verkehrsbetriebe Biel.
- Kosten: 220'000 Franken (Verpflichtungskredit)
- Finanzierung: Sonderrechnung Feuerwehr
- Startstandort: Kreuzung Neumarktstrasse / Freiestrasse
- Zeitplan erste Phase: bis Ende 2026
| Kenngrösse | Wert |
|---|---|
| Verpflichtungskredit | 220'000 Franken |
| Finanzierung | Sonderrechnung Feuerwehr |
| Tägliche Einsätze (Agglomeration Biel) | Durchschnittlich 2 Einsätze pro Tag |
Erwartete Folgen für Verkehr und Rettung
Für die Bevölkerung bedeutet die Neuerung, dass Alarmfahrten an den ausgerüsteten Knotenpunkten zügiger vorankommen dürften. Kürzere Durchfahrtszeiten können im Notfall Sekunden gewinnen, die für die Versorgung von Verletzten oder für Brandbekämpfung entscheidend sein können. Gleichzeitig kann die geänderte Ampelsteuerung Auswirkungen auf den lokalen Verkehrsfluss haben, insbesondere während des Umschaltvorgangs zugunsten eines Einsatzfahrzeugs. Die Stadt hat angekündigt, die Technik schrittweise einzuführen; weitere Standorte werden auf Basis erster Erfahrungen definiert.
Regionale Zusammenarbeit
Die Massnahme betrifft nicht nur die Stadt Biel allein. Die Feuerwehrorganisation der Agglomeration Biel, die die Gemeinden Biel, Ipsach, Nidau, Ligerz und Twann-Tüscherz umfasst, leistet im Durchschnitt täglich zwei Einsätze. Die priorisierte Ampelsteuerung soll deshalb die Leistungsfähigkeit der regionalen Rettungsinfrastruktur verbessern.
Ausblick und offene Fragen
Offen bleibt, an welchen weiteren Kreuzungen die Vorrangregelung installiert wird und wie die Stadt die Auswirkungen auf den täglichen Verkehr messen und kommunizieren will. Praktische Fragen zur Interoperabilität mit anderen Verkehrsteilnehmern sowie zum Verhalten der übrigen Verkehrsteilnehmenden während priorisierter Ampelphasen werden in der Umsetzung relevant sein. Die Stadt hat angekündigt, die Einführung in Etappen vorzunehmen; die Erfahrungen aus der ersten Phase werden Grundlage für Folgeentscheide sein.