Wirtschaft Mesocco Kanton Graubünden

Einsprachen verzögern Grossprojekt «Acuforta» in San Bernardino – Gemeinde prüft Anliegen

Gegen das geplante Thermal-, Hotel- und Wohnareal «Acuforta» in San Bernardino sind zwischen fünf und neun Einsprachen eingegangen. Der Gemeindevorstand von Mesocco wird die Einwendungen prüfen; das Projekt sieht Investitionen von bis zu 500 Millionen Franken vor.

Einsprachen verzögern Grossprojekt «Acuforta» in San Bernardino – Gemeinde prüft Anliegen
©Illustration KI Andri Caduff / news10.ch

Gemeinderat von Mesocco beurteilt Einsprachen

Gegen das geplante Projekt Acuforta in San Bernardino sind nach Angaben der Gemeinde mehr als fünf, aber weniger als zehn Einsprachen eingegangen. Der Gemeindevorstand von Mesocco muss diese Einwendungen nun fachlich beurteilen und das weitere Vorgehen im Baubewilligungsverfahren festlegen. Damit stehen die nächsten administrativen Schritte an, die den Zeitplan des Projekts beeinflussen könnten.

Das Vorhaben sieht den Bau eines Fünf-Sterne-Wellnesshotels samt Thermal- und Spa-Bereich, Zweitwohnungen, bewirtschafteten Wohnungen, Tiefgaragen und neuen öffentlichen Plätzen rund um die historische Mineralquelle vor. Träger des Projekts ist die San Bernardino Swiss Alps AG, die vom Tessiner Investor Stefano Artioli unterstützt wird.

«Die Anzahl der Einsprachen werde für ein Projekt dieser Grössenordnung nicht als hoch eingestuft», sagte Niccolò Meroni, Marketing- und Kommunikationsleiter von San Bernardino Swiss Alps, gegenüber der Keystone-SDA.

Gemeindepräsident Mattia Ciocco (FDP) betonte, dass das Dossier das Ergebnis längerer Vorarbeiten sei. Bereits im Juni 2023 hatten die Stimmberechtigten von Mesocco dem Abschluss eines Kaufrechts und der Übertragung der baulichen Nutzung an die Projektgesellschaft mit 351 Ja- gegenüber 96 Nein-Stimmen zugestimmt. Das zeigt, dass das Projekt in der Gemeinde eine substanzielle Zustimmung erhalten hat, was die politische Grundlage für die geplanten Schritte stärkt.

Was geplant ist und welche Zahlen bekannt sind

Aus den bisher publizierten Unterlagen geht hervor, welche Dimensionen das Vorhaben annimmt. Relevante Eckdaten:

  • Investitionsvolumen: bis zu 500 Millionen Franken bis 2032
  • Hotel: 64 Zimmer mit 203 Betten
  • Wohnungen: 163 Einheiten (2,5- und 3,5-Zimmer)
  • Thermalbereich: rund 2'000 Quadratmeter
  • Parkplätze: 286 Plätze
ElementAngabe
Hotelzimmer64
Betten203
Wohnungen163
Therme (Fläche)~2000 m²
Parkplätze286

Die Projektträger versichern, die Thermenanlage werde auch der Öffentlichkeit zugänglich sein. Eine Stellungnahme zu den konkreten Einsprachen liegt derzeit nicht vor; wie das Unternehmen mitteilte, sei es primär Aufgabe der Gemeinde, zu beurteilen, welche Punkte zulässig sind und gegebenenfalls an die Projektleitung weiterzuleiten.

Auswirkungen für Bevölkerung und Region

Ein Projekt dieser Grössenordnung hat erhebliche lokale Auswirkungen. Positiv erwarten Befürworter eine Belebung des touristischen Angebots, neue Arbeitsplätze in Bauphase und Betrieb sowie eine Aufwertung der Infrastruktur im Ferienort. Kritische Einsprecher dürften Fragen zu Umweltfolgen, Verkehrsaufkommen, nachhaltiger Nutzung der Mineralquelle oder zu Gestaltungs- und Nutzungsfragen gestellt haben — typische Themen bei grossen Bauvorhaben in sensiblen Berggebieten.

Für die Anwohnenden und Eigentümer in Mesocco und San Bernardino sind nun folgende Punkte relevant:

  • Wie lange dauert die Prüfung der Einsprachen und welche Behörden sind involviert?
  • Führt ein positiver Beschluss zu Baubewilligungen, Auflagen oder Anpassungen am Projekt?
  • Welche konkreten Eingriffe in Landschaft, Verkehrsinfrastruktur und Grundwassernutzung sind zu erwarten?

Der Zeitplan des Gesamtprojekts bis 2032 könnte durch die Einsprachen und die daraus resultierenden Abklärungen beeinflusst werden. Sobald der Gemeinderat die Einwendungen beurteilt hat, ist mit weiteren Informationen zur Verfahrensdauer und zu allfälligen Anpassungen am Projekt zu rechnen.

Die Bevölkerung und betroffene Anspruchsgruppen werden voraussichtlich an den nächsten Phasen des Baubewilligungsverfahrens beteiligt oder informiert. Bis dahin bleibt offen, in welchem Umfang die Einsprachen den Projektverlauf verzögern oder zu Änderungen führen werden.

Andri Caduff
Andri KI Korrespondent/-in im Kanton Graubünden online

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