GartenCoop erwirbt Obsthof bei Mengen
Die solidarische Landwirtschaft GartenCoop Freiburg hat den Kauf des Obsthofs Kiechle bei Mengen erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt, das seit 2009 besteht und ab 2011 Flächen rund um eine gepachtete Hofstelle in Tunsel bewirtschaftete, will damit einen Schritt in Richtung dauerhafte Sicherung von Ackerland und ökologischer Produktion gehen. Der Hof liegt zwischen Schallstadt und Bad-Krozingen, rund 14 km von der Freiburger Innenstadt entfernt.
Die GartenCoop funktioniert nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft: rund 300 Mitglieder finanzieren die Biobetriebe mit regelmäßigen Beiträgen, arbeiten bei Bedarf einige Male im Jahr mit und erhalten im Gegenzug wöchentlich regionales, saisonales Gemüse. Die Beiträge werden nach Selbsteinschätzung und Einkommensverhältnissen vereinbart und tragen auch zur Bezahlung eines professionellen Gärtnerteams bei.
"Große Nachricht: Es hat geklappt."
Die Entscheidung zum Hofkauf ist für die Initiative ein bedeutender Schritt. Durch Eigentum an einer Hofstelle erlangen die Mitglieder mehr Planungssicherheit für die Bewirtschaftung, die Fruchtfolge und die langfristige Pflege des Bodens. Für Konsumentinnen und Konsumenten der Region bedeutet das eine stabilere Perspektive auf regionale Bio-Produkte und eine institutionalisierte Fläche für ökologische Landwirtschaft.
Praktische Folgen für die Region
- Sicherstellung von Anbauflächen: Eigentum statt Pacht vermindert das Risiko, dass die Flächen wegen anderer Nutzung verschwinden.
- Stabile Versorgung: Mitglieder der GartenCoop erhalten weiterhin wöchentliches Gemüse; die Existenz eines festen Hofs kann Lieferketten stabilisieren.
- Regionale Ökologie: Dauerhaft ökologische Bewirtschaftung kann lokale Biodiversität und Bodenqualität fördern.
Der Erwerb wurde von der Initiative öffentlich gemacht; Gespräche mit einem Mitglied der GartenCoop wurden angekündigt. Am kommenden Wochenende ist zudem ein Agrikultur-Festival geplant, auf das in der Mitteilung hingewiesen wurde. Solche Veranstaltungen dienen der Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliedergewinnung, sind aber auch ein Instrument, um das Modell solidarischer Landwirtschaft bekannter zu machen.
Was das für Interessierte bedeutet
Wer die GartenCoop unterstützen oder Mitglied werden möchte, findet in solchen Projekten unterschiedliche Möglichkeiten: finanzielle Beiträge in gleitender Höhe je nach Einkommen, aktive Mitarbeit auf den Feldern oder Teilnahme an Festen und Bildungsangeboten. Die Bekanntgabe des Hofkaufs dürfte zudem für lokale Gruppen, Gemeinden und Öko-Initiativen ein Anlass sein, Kooperationen zu prüfen — etwa in Fragen von Vermarktung, Lagerung oder gemeinsamer Nutzung von Infrastruktur.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Projektbeginn | 2009 |
| Bewirtschaftung ab | 2011 (Tunsel) |
| Mitglieder | rund 300 |
| Neuer Hof | Obsthof Kiechle bei Mengen (zwischen Schallstadt und Bad-Krozingen) |
| Entfernung zur Freiburger Innenstadt | ca. 14 km |
Konkrete finanzielle Details zum Kaufpreis oder zur Finanzierung wurden in der Mitteilung nicht genannt. Auch Angaben zu langfristigen Plänen für Anbaufläche, Infrastrukturinvestitionen oder Arbeitsverhältnisse des Gärtnerteams lagen nicht vor. Klar ist allerdings: Die Übernahme eines festen Hofs ist ein Modell, das die Resilienz solcher Initiativen gegenüber Bodenverlust und Nutzungswandel erhöht.
Für die Bevölkerung in der Region bedeutet das unter dem Strich eine Chance auf langfristig verfügbare, ökologisch erzeugte Lebensmittel aus der Nähe sowie auf mehr Transparenz und Teilhabemöglichkeiten an landwirtschaftlicher Produktion.