Auszeichnung für einen oft unsichtbaren Beruf
Die 54-jährige Simone Steiert ist an der Karlschule in Freiburg seit über zwei Jahrzehnten eine zentrale Anlaufstelle. Am Rande des Schulbetriebs überzeugt sie nicht mit Rampenlicht, sondern mit Organisationstalent und Routine. Für diese Arbeit wurde Steiert beim 8. Freiburger Lehrer*innenpreis der Oberle-Stiftung als Freiburgs beste Schulsekretärin gewürdigt.
Der Alltag im Sekretariat ist geprägt von vielen kleinen, aber wichtigen Aufgaben: Telefonate, Krankmeldungen, die Koordination von Lehrkräften und die Verwaltung von Dokumenten. Solche Tätigkeiten sind für das Funktionieren einer Schule unabdingbar – und doch fallen sie außerhalb des direkten Unterrichts oft nicht auf.
Zwischen Organisationsgeschick und persönlicher Fürsorge
Steiert beschreibt ihren Arbeitsalltag als unberechenbar: "Es gibt Tage, da laufe ich unten zur Tür rein und es geht da schon los", zitiert sie die Berichterstattung. Das Telefon klingelt beständig, Warteschlangen bilden sich vor der Tür, und die Liste der anfallenden Aufgaben ist lang. Neben rein administrativen Pflichten übernimmt sie auch eine beratende und teils seelsorgerische Rolle: Sie gibt Eltern und Kindern Auskunft, sorgt für medizinische Hilfsmittel wie Kühlakkus oder stellt dringend benötigte Schulbescheinigungen aus.
"Vielleicht wäre es auch langweilig, wenn nicht so viel los wäre", sagt Steiert und lacht.
Schulleiterin Iris Paul betont die Bedeutung dieser Funktion: Ohne die Unterstützung der Sekretärin gerate der Schulalltag oft ins Stocken. "Sie hat einfach immer eine Lösung", wird Paul in der Berichterstattung zitiert. Solche Einschätzungen unterstreichen, wie sehr administrative Fachkräfte als Stoßdämpfer und Vernetzungsinstanz zwischen Eltern, Lehrpersonen und Schülerschaft wirken.
Konkrete Auswirkungen für die Bevölkerung
- Eltern: Ein verlässliches Sekretariat erleichtert die Kommunikation bei Krankmeldungen, Abmeldungen und administrativen Anliegen.
- Lehrpersonen: Routineaufgaben werden abgefangen, damit Lehrkräfte sich stärker auf Unterricht und pädagogische Arbeit konzentrieren können.
- Schülerinnen und Schüler: Schnelle, pragmatische Hilfe bei gesundheitlichen und organisatorischen Problemen verbessert den Schulalltag unmittelbar.
Die Auszeichnung macht deutlich, dass Engagement ausserhalb des Unterrichts für die Qualität des Schullebens zentral ist. In einer Zeit, in der Schulen vor komplexen Aufgaben stehen – von Digitalisierung bis zu verstärkten Unterstützungsbedarfen einzelner Kinder – gewinnen koordinierende und unterstützende Funktionen an Bedeutung.
Daten zur Preisträgerin
| Person | Eintrag |
|---|---|
| Name | Simone Steiert |
| Alter | 54 Jahre |
| Institution | Karlschule, Freiburg |
| Erfahrung | 21 Jahre an der Schule |
| Auszeichnung | 8. Freiburger Lehrer*innenpreis der Oberle-Stiftung – beste Schulsekretärin |
Die Ehrung richtet den Blick auf Berufsprofile innerhalb des Schulbetriebs, die zwar selten im Zentrum der Öffentlichkeit stehen, aber unverzichtbar sind. Für die Freiburger Bildungslandschaft ist dies eine Erinnerung daran, dass administratives Personal Teil der pädagogischen Infrastruktur ist und entsprechend gewürdigt werden sollte.
Praktisch bedeutet das für Eltern und Schulpartner: Ein stabiles und kompetentes Sekretariat verbessert die Erreichbarkeit der Schule, beschleunigt Abläufe und erhöht damit die Zuverlässigkeit des gesamten Angebots für Familien im Kanton Freiburg.