Die Containerreederei Hapag‑Lloyd hat sich gegenüber der Hamburg Port Authority (HPA) verpflichtet, bei geeigneten Anläufen Strom vom Land zu beziehen. Ziel der Vereinbarung ist es, die Emissionen und den Lärm im Hafen zu verringern, indem Schiffe während der Liegezeit nicht mehr auf Bordgeneratoren angewiesen sind.
Nur ein Drittel der Flotte kompatibel
Laut Mitteilung kann derzeit nur rund ein Drittel der Hapag‑Lloyd‑Containerschiffe Landstrom beziehen. Das heisst: Die technische Umrüstung der Schiffe und die Verfügbarkeit entsprechender Anschlüsse an den Liegeplätzen sind noch nicht flächendeckend gegeben. Schiffe benötigen Landstrom vor allem für Bordversorgungssysteme und die Kühlung von Containerladungen; ohne Landanschluss laufen Hilfsdiesel und Generatoren, die Feinstaub, Stickstoff und CO2 ausstossen und Anwohnerinnen und Anwohner belasten können.
Infrastruktur-Ausbau bis 2030 geplant
Die HPA plant, die Landstrominfrastruktur an den wichtigsten Containerliegeplätzen weiter auszubauen. Bis 2030 sollen Containerterminals an allen wesentlichen Liegeplätzen Landstrom beziehen können. In Hamburg gibt es bereits seit Mai 2024 erste Anlagen für Containerschiffe, und weitere Standorte wurden seither nachgerüstet.
- Weniger Emissionen: Landstrom soll den Ausstoss von Schadstoffen und Lärm während der Hafenliegezeit reduzieren.
- Technische Hürde: Nur ein Teil der Schiffsflotte ist gegenwärtig anschlussfähig.
- Zeithorizont: Ausbau der Infrastruktur an zentralen Liegeplätzen bis 2030 vorgesehen.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Anteil Hapag‑Lloyd‑Schiffe mit Landstromfähigkeit | ~33 % |
| Zieljahr für flächendeckende Landstrom‑Anbindung an wesentlichen Liegeplätzen | 2030 |
Die Verpflichtung der Reederei ist ein Schritt, um die Schifffahrt klimafreundlicher zu machen, doch die Wirkung hängt von zwei Faktoren ab: dem Ausbau der Landstrom‑Infrastruktur an den Terminals und der vergleichsweise raschen Nachrüstung oder Neubeschaffung anschlussfähiger Schiffe. Solange viele Schiffe nicht kompatibel sind, bleiben Hilfsdiesel während der Liegezeiten ein Problem für Umwelt und Lebensqualität in Hafenstädten.
Für die Branche ist Landstrom Teil eines grösseren Transformationsprozesses hin zu weniger emissionsintensiven Antrieben. Die Hamburger Vereinbarung ist ein Signal, dass Hafenbetreiber und Reeder kooperieren. Unklar bleibt, wie schnell die fehlenden Anschlüsse und die Umrüstung der Flotte in der Praxis vorankommen und welche politischen oder finanziellen Instrumente diesen Prozess zusätzlich beschleunigen werden.
Kurzfristig dürfte der Ausbau der Landstromversorgung dazu beitragen, die lokale Belastung in sensiblen Hafenbereichen zu senken. Langfristig ist die Einbindung von Landstrom in eine umfassende Strategie nötig, die auch klimafreundlichere Schiffsantriebe und strengere Emissionsauflagen berücksichtigt.