Lage in St. Gallen bleibt ruhig
Die anhaltende Hitzewelle trifft die Schweiz unterschiedlich. Während in Genf und anderen Regionen die Notaufnahmen unter deutlich gesteigerter Belastung stehen, bleibt die Situation am Kantonsspital St. Gallen nach Auskunft der Spitalleitung bislang beherrschbar. Die Anzahl der täglichen Einweisungen auf der zentralen Notfallstation habe sich «rein zahlenmässig kaum verändert», so Philipp Lutz, Leiter der Medienstelle von HOCH Health Ostschweiz.
Wer ist besonders betroffen?
Das Spital beobachtet jedoch eine Zunahme bei bestimmten Patientengruppen. Ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen melden vermehrt Probleme mit der Hitze – dies gilt teils auch für bereits hospitalisierte Personen. Die Kapazitäten des Notfalls schätzt die Spitalführung zurzeit als ausreichend ein.
«Als extrem oder aussergewöhnlich erleben wir die aktuelle Hitzeperiode in unserem Notfallzentrum nicht.»
Regionale Unterschiede in der Schweiz
Die Lage ist nicht überall gleich: Das Universitätsspital Genf meldete rund 60 Prozent mehr Anrufe bei den Notrufzentralen und spricht von einem Ausmass, das mit der Covid-Zeit vergleichbar sei. Dort stiegen die ambulanten Notfälle um rund 10 Prozent, zudem wurden vermehrt Lebensmittelvergiftungen durch unterbrochene Kühlketten sowie Sportunfälle und Elektrolytstörungen bei Älteren festgestellt. Auch das Universitätsspital Zürich verzeichnete einen Anstieg der ambulanten Notfälle um rund 10 Prozent.
| Spital | Gemeldete Veränderung |
|---|---|
| Kantonsspital St. Gallen | Keine markante Zunahme der Einweisungen |
| Universitätsspital Genf | ~60% mehr Notruf-Anrufe; ambulante Notfälle +10% |
| Universitätsspital Zürich | Ambulante Notfälle +10% (rund) |
Konkrete Folgen und praktische Hinweise
- Besonders gefährdet sind Senioren und Menschen mit chronischen Erkrankungen; Pflegende sollten die Trinkzufuhr und Raumtemperaturen im Blick behalten.
- Bei Anzeichen von Dehydrierung, Verwirrtheit, Schwindel oder Kreislaufproblemen ist medizinische Abklärung ratsam.
- Bei lebensbedrohlichen Symptomen weiterhin sofort die Notfallnummer wählen.
Für den Kanton St. Gallen ergibt sich aus der aktuellen Lage vorerst kein Handlungsbedarf zur Erweiterung der Notfallkapazitäten. Die Situation kann sich jedoch mit anhaltender Hitze oder regionalen Spitzenereignissen schnell verändern, weshalb das Gesundheitswesen und die Bevölkerung wachsam bleiben sollten.