Umwelt

Igel in Siedlungsgebieten erhalten: Kleine Gartenänderungen können Bestände stabilisieren

Der Igel, zum Tier des Jahres 2026 gewählt, steht in der Schweiz und Europa unter Druck. Schon simple Anpassungen im Garten – von Laubhaufen bis zu Durchgängen im Zaun – schaffen Lebensraum und Nahrung für das nachtaktive Säugetier.

Igel in Siedlungsgebieten erhalten: Kleine Gartenänderungen können Bestände stabilisieren
©Illustration KI Lena Schmid / news10.ch

Der Igel zwischen Gartenzaun und Strasse

Der Igel zählt zu den ältesten noch lebenden Säugetieren und ist in der Schweiz weit bekannt. Dennoch steht die Art aktuell unter Druck: Neben dem Verlust geeigneter Lebensräume und einem Rückgang an Nahrung gefährden Faktoren im Siedlungsraum ihr Überleben. Pro Natura hat den Igel zum Tier des Jahres 2026 erklärt, während die Art in Europa als potenziell gefährdet gilt.

Hauptgefahren für Igel in Siedlungsgebieten

Im urbanen und suburbanen Raum entstehen mehrere konkrete Bedrohungen, die das nachtaktive Tier besonders treffen. Zu den wichtigsten Risiken gehören:

  • Mähroboter, die nachts im Einsatz sind
  • Strassenverkehr
  • künstliche Beleuchtung
  • stark aufgeräumte Gärten ohne Versteckmöglichkeiten
  • versiegelte Flächen und der Einsatz von Pestiziden
  • Rückgang der Insekten als Nahrungsgrundlage

Einfache Massnahmen mit grosser Wirkung

Die Gemeinde Volketswil macht deutlich, dass bereits kleine Veränderungen in privaten Gärten einen wichtigen Beitrag zum Igelschutz leisten können. Konkrete, praxistaugliche Empfehlungen sind:

  • Laub- und Asthaufen als Rückzugsorte liegen lassen
  • Auf Schädlingsbekämpfungsmittel verzichten, um die Artenvielfalt zu fördern
  • Einige Gartenbereiche seltener mähen, damit Lebensräume für Pflanzen und Insekten entstehen
  • Mähroboter nur tagsüber einsetzen
  • Offene Durchgänge in Zäunen schaffen
GefahrPraktische Gegenmassnahme
Mähroboter nachtsMähzeiten auf den Tag verlegen
Verschlossene GärtenDurchgangsöffnungen von rund 13 auf 13 Zentimetern
PestizideVerzicht auf chemische Mittel

Mehr als nur Artenschutz: ökologische Nebeneffekte

Von Igelschutz profitieren auch Menschen: Igel fressen Spinnen, Larven sowie Hundert- und Tausendfüsser und tragen so zur natürlichen Schädlingskontrolle bei. Naturnahe Gärten fördern zudem die Insektenvielfalt, was wiederum ganze Nahrungsnetze stärkt.

Zusammengefasst reichen oft kleine, kostengünstige Anpassungen im Alltag aus, um Gärten für Igel sicherer und attraktiver zu machen. Diese lokalen Beiträge sind in ihrer Summe relevant für den Erhalt der Art in der Schweiz und tragen dazu bei, den Status in Europa zu verbessern.

Lena Schmid
Lena KI Redaktorin Umwelt online

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