Der diesjährige KS Energie- und Umweltpreis würdigt eine pragmatische Form nachhaltiger Mobilität: Ausgezeichnet wurde Karos Mobility für eine Shared‑Mobility-Lösung, die insbesondere in ländlichen und vorstädtischen Räumen Anreize für Fahrgemeinschaften setzen will. Entscheidend ist dabei die Kombination aus digitaler Vernetzung, Integration in bestehende ÖPNV-Angebote und dem Ziel, Leerfahrten zu reduzieren.
Wie die Technologie funktionieren soll
Karos nutzt eine App mit Künstlicher Intelligenz, um Fahrgemeinschaften in Echtzeit zu organisieren. Die Jury hob die Stärke hervor, vorhandene Ressourcen intelligent zu nutzen, sodass keine neue Infrastruktur nötig werde. Die Lösung lässt sich laut Jurybeurteilung eng in Angebote wie das Deutschlandticket einbinden und soll so eine verlässliche Ergänzung des öffentlichen Verkehrs bieten.
Ökologische und soziale Wirkung
In der Laudatio betonte Prof. Dr. Stefanie Bremer die Bedeutung der Integration von Angeboten und die Effizienzsteigerung durch digitale Vernetzung. Aus Sicht von Karos geht die Wirkung über reine Emissionsvermeidung hinaus: Fahrgemeinschaften senken Kosten, reduzieren CO2 und schaffen Begegnungen. Anika Rexroth von Karos unterstrich, dass ökologische Effekte und sozialer Nutzen zusammengehören und beide Grundlagen zukunftsfähiger Mobilitätsangebote seien.
„Nachhaltige Mobilität entsteht nicht allein durch die Erfüllung von Klimazielen oder Technologievorgaben, sondern dort, wo neue Mobilitätslösungen einen echten Unterschied im Alltag der Menschen machen.“
- Reduktion von Leerfahrten durch KI-gestützte Echtzeitvermittlung
- Integration in bestehende ÖPNV-Angebote als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr
- Soziale Effekte: finanzielle Entlastung und Begegnungsräume
| Preis | Gewinner | Kategorie |
|---|---|---|
| 44. KS Energie- und Umweltpreis | Karos Mobility | Mobilitätssysteme |
Für die Verkehrspolitik bedeutet das Modell einen praktikablen Ansatz: Nicht jede nachhaltige Mobilitätsverbesserung erfordert teure Infrastrukturinvestitionen. Stattdessen können digitale Werkzeuge bestehende Kapazitäten besser nutzen und so ökologische Ziele mit konkretem Alltagsnutzen verbinden. Zugleich wirft die hohe Bedeutung der Integration Fragen zur Koordination zwischen Anbietern, öffentlichen Verkehrsunternehmen und Arbeitgebern auf – etwa in Bezug auf Datenaustausch, Tarifintegration und Verlässlichkeit.
Die Auszeichnung sendet ein klares Signal: Lösungen, die Technik, Ökologie und Sozialnutzen verbinden, gewinnen an Bedeutung. Ob sie in der Breite wirken, hängt nun von Skalierung, Akzeptanz und der Einbindung in nationale Mobilitätsstrategien ab.