Bilanz 2025: Licht und Schatten bei der Luftqualität
Das Freiburger Amt für Umwelt hat seinen Bericht zur Luftqualität 2025 veröffentlicht. Die Auswertung stützt sich auf 3 kontinuierlich messende Stationen und 31 Passivsammler-Standorte. Insgesamt zeigt sich ein gemischtes Bild: Bei vielen Schadstoffen liegen die Jahresmittelwerte unter den gesetzlichen Grenzwerten, doch in einzelnen Bereichen besteht weiterhin Handlungsbedarf.
Bei Feinstaub (PM10) wird der Jahresgrenzwert im Kanton eingehalten; die Werte folgen einem seit mehreren Jahren anhaltenden rückläufigen Trend. Lokal kam es aber zu einer Überschreitung des Tagesmittelwerts an der Messstation Freiburg, Parc de Pérolles, was laut Bericht auf erhebliche lokale Emissionen zurückzuführen ist. Bei PM2.5 liegen die Jahresmittelwerte ebenfalls unter dem Grenzwert, wobei die Messstelle Chamblioux in Freiburg mit Werten nahe der Grenze hervorgehoben wird. Ein leichter Anstieg gegenüber 2024 dürfte meteorologischen Bedingungen zugeschrieben werden, namentlich Temperaturinversionen.
Bei Stickstoffdioxid (NO2) blieb der Jahresmittelwert an allen Messstandorten unterhalb des Grenzwerts, mit einem sichtbaren Rückgang der Konzentrationen in den letzten Jahren. Allerdings ist kurzfristig eine Stagnation festzustellen.
Deutlich problematischer ist die Situation bei Ozon: Die Ozonkonzentrationen lagen an allen Messstandorten über den zulässigen Grenzwerten. Der Bericht macht die meteorologischen Rahmenbedingungen verantwortlich: Ein heisses, regenarmes Sommerhalbjahr förderte die Ozonbildung, da Ozon durch Sonneneinstrahlung aus Vorläufergasen wie flüchtigen organischen Verbindungen und NO2 entsteht.
"Luftverschmutzung ist nicht Schicksal. Wir alle können mit einfachen Massnahmen dazu beitragen, die Qualität unserer Luft zu verbessern."
Weiterhin kritisiert der Bericht die Ammoniakkonzentrationen: Der Stickstoffeintrag, vor allem in Form von Ammoniak, bleibt so hoch, dass Moose und Flechten belastet sind. Die Hauptquelle ist die Landwirtschaft; die Belastung liegt im Unsicherheitsbereich des kritischen Schwellenwerts für höhere Pflanzen.
Für die Bevölkerung und die Politik ergeben sich daraus konkrete Schlussfolgerungen. Kurzfristig bedeuten hohe Ozonwerte eine Belastung für empfindliche Personen — vor allem bei Hitzeperioden. Die lokale Überschreitung bei PM10 zeigt, dass punktuelle Emissionsquellen in Freiburg Anlass zu gezielten Abklärungen geben.
- Wer besonders betroffen sein kann: Atemwegserkrankte, ältere Menschen und Kinder sollten an Tagen mit hoher Ozonbelastung körperliche Anstrengung im Freien einschränken.
- Was die Gemeinden tun können: Identifikation und Reduktion lokaler Emissionsquellen, gezielte Kontrollen, Sensibilisierung der Landwirtschaft zur Ammoniakminderung.
- Was die Bevölkerung beitragen kann: Mobilität reduzieren, emissionsarme Heiz- und Brennstoffe verwenden, lokale Aktionshinweise beachten.
| Schadstoff | Status 2025 |
|---|---|
| PM10 (Feinstaub) | Jahresgrenzwert eingehalten; einzelne Tagesüberschreitung in Freiburg |
| PM2.5 | Jahresgrenzwert eingehalten; Chamblioux nahe Grenze |
| NO2 (Stickstoffdioxid) | Jahresmittelwerte unter Grenzwert; Abnahme-Trend |
| Ozon | Konstant über Grenzwerten an allen Standorten |
| Ammoniak | Eintrag zu hoch für Moose/Flechten; Landwirtschaft als Hauptquelle |
Der Bericht macht klar, dass die Luftqualität nicht allein vor Ort verbessert werden kann: Für die Reduktion von Ozon sind auch nationale und internationale Massnahmen gegen Vorläufergase nötig. Auf kantonaler Ebene stehen dagegen gezielte Massnahmen zur Emissionsminderung – etwa in Verkehr, Industrie und Landwirtschaft – im Vordergrund.
Konkrete Empfehlungen und der vollständige Bericht stehen im PDF des Amts für Umwelt zur Verfügung.