Der Gemeinderat von Kreuzlingen hat die Kommission «Biodiversitätsförderung» auf unbestimmte Zeit eingesetzt und damit die zugrundeliegende Motion abgeschrieben. Der Entscheid fiel mit 35 Ja-Stimmen. Die Mehrheit begründete das Vorgehen mit sichtbaren Resultaten der Kommission und dem Bedarf, Naturschutzprojekte langfristig zu betreuen.
Begründungen und Debatten
Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Fraktionen hoben hervor, dass die Kommission konkrete Massnahmen initiiert habe und mit vergleichsweise geringen Mitteln Wirkung erzielt worden sei. So erklärte Luca Dal Dosso (Freie Liste/Grüne/GLP) als Präsident der Kommission Bau und Umwelt, durch die dauerhafte Einsetzung sei die Motion erfüllt und die Kommission könne weiterarbeiten.
«Der Verlust der Artenvielfalt ist eine handfeste Herausforderung»,
zitierte die Motionärin Judith Ricklin (SVP) und betonte zugleich, dass Angebote wie die «Naturgartenberatung» lebendige Räume förderten und erhielten. Auch Abgeordnete von SP, Mitte/EVP und der Freien Liste/Grünen/GLP sprachen sich für die Fortführung aus und verwiesen auf sichtbare Resultate.
Gegensicht: Bürokratie und Kommissionsflut
Nicht alle Sitzungsmitglieder waren überzeugt. Alexander Salzmann (FDP) warnte vor wachsender Bürokratie und forderte Transparenz darüber, welche Kommission allenfalls abgeschafft werde. Georg Schulthess (parteilos) äußerte die generelle Skepsis, nicht für jedes Problem eine neue Kommission zu schaffen. Diese Kritikpunkte wurden in der Abstimmung jedoch nicht mehrheitsfähig.
Konkrete Arbeit und Perspektiven
Die Kommission hat laut Debatte vor Ort mehrere Projekte angestossen. Als Beispiele wurden die Naturgartenberatung und die Aufwertung naturnaher Flächen genannt. Die Einsetzung auf unbestimmte Zeit bedeutet, dass die Kommission weiterhin aktiv sein wird, um:
- lokale Naturschutzprojekte zu begleiten,
- auf Öffentlichkeitsarbeit und Beratung zu setzen, und
- naturnahe Räume innerhalb der Gemeinde zu fördern.
| Beschlusspunkt | Ergebnis |
|---|---|
| Einsetzung Kommission «Biodiversitätsförderung» | Auf unbestimmte Zeit |
| Abstimmung | 35 Ja-Stimmen |
Der Entscheid in Kreuzlingen steht exemplarisch für eine Praxis, die in vielen Gemeinden diskutiert wird: Wenn Kommissionen konkrete, sichtbare Ergebnisse liefern, fällt die Entscheidung zu ihrer Weiterführung häufig zugunsten einer dauerhaften Verankerung aus. Gleichzeitig unterstreichen die Einwände, dass Transparenz über Aufgaben und mögliche Konsolidierungen innerhalb der Gemeindestrukturen wichtig bleibt, um Ressourceneinsatz und Verwaltungsaufwand zu begrenzen.
Mit dem Beschluss ist die Kommission künftig nicht mehr zeitlich befristet und hat damit die Aufgabe, laufende Initiativen weiterzuführen und neue Projekte zur Förderung der Biodiversität in Kreuzlingen anzustossen.