Wie die Masche funktioniert und wer in Bern betroffen ist
Im Kanton Bern haben Betrüger mit sogenannten Schockanrufen und anschliessendem Fernzugriff auf Computer innerhalb kurzer Zeit Konten geplündert. Nach Angaben der Berner Zeitung entfielen dabei mehrere Millionen Franken auf die Gemeinden des Kantons. Die Täter rufen Opfer an, geben sich als Bankmitarbeitende aus und erzeugen Angst oder Zeitdruck, damit die Angerufenen Software installieren, die den Fernzugriff erlaubt.
Stunden später sind die betreffenden E‑Banking-Konten häufig leergeräumt. Die erbeuteten Gelder würden anschliessend über sogenannte Money Mules auf Konten im Ausland transferiert, wodurch die Spur zu den eigentlichen Tätergruppen verwässert werde.
Welche Methoden die Täter nutzen
- Schockanruf: Vorgetäuschte Dringlichkeit oder Sicherheitswarnung, um das Opfer zur Zusammenarbeit zu bewegen.
- Fernzugriff: Installation von Software, die den Täter direkten Zugriff auf den Privatcomputer erlaubt.
- Geldtransfers: Überweisung der Gelder via Drittkonten, oft im Ausland, um Rückverfolgung zu erschweren.
Die Kombination dieser Schritte macht die Masche wirkungsvoll: Angstmomente senken die Vorsicht, und technische Kontrolle über den Rechner erlaubt Einsicht in Passwörter und Bestätigungscodes.
Konkrete Folgen für Betroffene in Bern
Für Geschädigte bedeutet ein erfolgreicher Angriff nicht nur finanziellen Verlust: Es entstehen administrativer Aufwand, mögliche Sperren von Konten und ein Vertrauensverlust gegenüber Online-Diensten. Ältere Menschen und weniger technikaffine Nutzerinnen und Nutzer sind besonders gefährdet, konkret weil sie in Stresssituationen eher Anweisungen folgen und Softwareinstallationen zulassen.
| Aspekt | Auswirkung |
|---|---|
| Volumen | Mehrere Millionen Franken im Kanton Bern |
| Modus Operandi | Schockanruf + Fernzugriff |
| Geldabfluss | Über Money Mules ins Ausland |
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort Bank und Post melden, wenn unautorisierte Transaktionen bemerkt werden.
- Computer vom Netz trennen und Fachstelle oder vertrauenswürdige IT‑Person zur Schadensanalyse beiziehen.
- Passwörter ändern und bei Bedarf das E‑Banking anzeigen lassen; allenfalls Strafanzeige prüfen.
Die Berner Polizeibehörden und Banken empfehlen erhöhte Wachsamkeit: Keine fremde Software installieren, bei Anrufen zur Herausgabe von Zugangsdaten misstrauisch sein und im Zweifel direkt die offizielle Nummer der Bank anwählen. Die konkrete Zahl der Anzeigen und weitere Details zum Ablauf der Ermittlungen wurden in der Berichterstattung nicht weiter quantifiziert.